(K)ein reiner Schiele?

Materialtechnologische Untersuchungen zu „Mödling II“

Im Zuge der Vorbereitungen zur Ausstellung Schiele & Peschka. Eine Familienaufstellung wurde das Gemälde „Mödling II“ (1918) aus der Sammlung des Wien Museums erstmals umfassend mal- und materialtechnologisch untersucht. Ziel des Forschungsprojekts war es, der seit Langem diskutierten Frage nachzugehen, ob einzelne Werke Egon Schieles nach seinem Tod von seinem Schwager Anton Peschka überarbeitet wurden.

 

Das Gemälde galt bislang als möglicherweise „von fremder Hand fertiggestellt“. Die Untersuchungen ergaben jedoch keine Hinweise auf nachträgliche Eingriffe. Vielmehr zeigen Maltechnik, Bildaufbau, Pigmente und Bindemittel sowie Röntgen- und Streiflichtaufnahmen einen für Egon Schiele charakteristischen Arbeitsprozess mit mehreren Malphasen. Auch die auf der Oberfläche nachweisbaren Spachtelstrukturen entsprechen jenen anderer Gemälde aus seinem Spätwerk und unterscheiden sich von den Arbeitsweisen Anton Peschkas.

 

Das Projekt liefert damit einen wichtigen Beitrag zur Schiele-Forschung: „Mödling II“ kann nach aktuellem Forschungsstand als authentisches Werk Egon Schieles gelten. Zugleich verdeutlichen die Ergebnisse das Potenzial naturwissenschaftlicher Untersuchungsmethoden für die kunsthistorische Forschung und schaffen eine Grundlage für die künftige Analyse weiterer Werke aus dem Umfeld Schieles und Peschkas.

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