Flüchtlingsschutz gestalten, Demokratie erhalten
17. September 2026, 18:30–20:00
Flüchtlingsschutz gestalten, Demokratie erhalten
17. September 2026, 18:30–20:00
Auf Initiative der Wiener Universitätsprofessorin Judith Kohlenberger wagen sich acht europäische Migrations- und Fluchtforschende in die Politik.
Das Resultat ist das Buch „Europa neu schaffen. Wie wir Flüchtlingsschutz gestalten und Demokratie erhalten” - gedacht als Ausweg aus einer um sich selbst rotierenden, destruktiven Migrationsdebatte fragen sie nach der Zukunft des „Wir” in Europa.
Basierend auf jahrzehntelanger empirischer und theoretischer Forschung stellen sie fest, dass zu den Themen Flucht, Grenzen und Asyl nicht allein Zuwanderung, sondern das politische System Europas, sein Selbstbild und seine Rolle auf der Weltbühne ausgehandelt werden.
Und sie stellen die Frage, wie Flucht nach und Ankommen in Europa so gestaltet werden können, dass unser Zusammenleben fairer, sicherer und demokratischer wird – und zwar für alle, die Europa ihre (alte oder neue) Heimat nennen. Nicht nur auf nationaler, auch auf europäischer Ebene ist das Zusammenleben in Gefahr, das Erosionsprozessen von innen und außen unterliegt.
Das Buch „Europa neu schaffen. Wie wir Flüchtlingsschutz gestalten und Demokratie erhalten” erscheint bei Picus.
Das Gespräch mit Judith Kohlenberger, Birgit Glorius und Frank Wolff führt Matti Bunzl.
Judith Kohlenberger leitet das Forschungsinstitut für Migrations- und Fluchtforschung und -management (FORM) an der Wirtschaftsuniversität Wien. Ihre Forschungsinteressen sind Flucht und Vertreibung, Integration von Geflüchteten in europäischen Aufnahmeländern und kulturelle Krisennarrative. Sie ist Mitglied des Integrationsrats der Stadt Wien, Mitherausgeberin der „Zeitschrift für Flucht- und Flüchtlingsforschung” und Host des Podcasts „Aufnahmebereit”.
Birgit Glorius ist Sozialgeografin und Migrationsforscherin. Sie ist Professorin für Humangeographie mit dem Schwerpunkt Europäische Migrationsforschung an der Technischen Universität Chemnitz. Zuletzt erschien das Buch “Flucht, Ankommen und sozialer Wandel. Perspektiven für Geflüchtete in der Deutschen Aufnahmegesellschaft” (transcript 2025). Im Jahr 2023 erhielt Glorius den Kalliope-Preis für praxisorientierte Migrationsforschung.
Frank Wolff ist Historiker, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung in Berlin. Er forscht zur europäischen Geschichte in ihren globalen Verflechtungen, darunter insbesondere die Grenz- und Migrationsforschung. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher, u.a. „Hinter Mauern: Geschlossene Grenzen als Gefahr für die offene Gesellschaft“ und „Die Mauergesellschaft: Kalter Krieg, Menschenrechte und die deutsch-deutsche Migration 1961-1989“ (beide bei Suhrkamp).
Abbildung von Buchcover, Europa neu schaffen © Picus Verlag
