Die 50er Jahre

Kunst und Kunstverständnis in Wien

5. November 2009 – 6. Januar 2010

Die 50er Jahre

Kunst und Kunstverständnis in Wien

5. November 2009 – 6. Januar 2010
Kategorie: Archiv

»Die 50er Jahre: Kunst und Kunstverständnis in Wien« steht am Beginn einer Ausstellungsfolge, die einen nach Dekaden geordneten Einblick in die umfangreiche Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien bieten wird. Begründet 1951, entwickelte sich die Sammlung vorwiegend durch Werkankäufe zur Förderung in Wien lebender Künstler. Dieser Praxis ist es zu verdanken, dass die Stadt heute im Besitz von etwa 20.000 Werken zeitgenössischer Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts ist. Etwa 2.700 dieser Objekte (von 650 Künstler) entstanden zwischen 1950 und 1959. Dazu kommen noch 550 Schenkungen späterer Jahre. Zusätzlich sind bei der MA 7 etwa 900 Kunstwerke des Bereichs »Kunst im öffentlichen Raum« dokumentiert, die von der Stadt Wien in den 1950er-Jahren in Auftrag gegeben wurden. Dieser reiche Bestand ermöglicht es, einen guten Querschnitt durch dieses Jahrzehnt zu geben. Die Kuratoren Berthold Ecker und Wolfgang Hilger untersuchen das Spannungsfeld zwischen Arbeiten von Künstler, die heute längst zum Kanon der Kunstgeschichte der 1950er-Jahre zählen, und den zahlreichen Werken, die damals mehr als heute geschätzt wurden. Der avantgardistische Anspruch einzelner Künstler stand einer starken konservativen Grundströmung gegenüber. Exemplarisch werden auch von ein und derselben Hand gefertigte, annähernd zeitgleiche, künstlerisch jedoch diametral entgegengesetzte Werke präsentiert. In diesen frappierenden Paaren offenbart sich die ganze Unsicherheit jener Zeit, die vom Kampf zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, zwischen Tradition und Moderne, aber auch zwischen international urbaner Orientierung und »dörflicher Beschaulichkeit« geprägt war. Wien hatte in den Jahren nach dem Krieg viele kulturelle Errungenschaften nachzuholen, die in den Kunstzentren Paris und New York zum Teil bereits seit Jahrzehnten zum vertrauten Vokabular der Kunst zählten. Die Stadt war vom Krieg schwer gezeichnet, erlebte in Folge aber einen großen Modernisierungsschub, der zumindest die materiellen Wunden erstaunlich rasch abheilen ließ. Die Geburtswehen zeitgemäßer Kunstströmungen hingegen hielten in Österreich ungewöhnlich lange, zum Teil bis in die 1960er-Jahre an.

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