Wien du tote Stadt
Punk um 1980
3. Juni – 17. Oktober 2027
Wien du tote Stadt
Punk um 1980
Vor 50 Jahren sorgte Punk in England für ein Erdbeben – und auch in Wien waren die Ausläufer zeitverzögert zu spüren. Ab 1977 etablierte sich eine kleine, umtriebige Szene, die mit brachialer Musik und provokantem Auftreten das hiesige Spießertum in Alarmbereitschaft versetzte.
Bands wie Chuzpe, Mordbuben AG, Pöbel, Dirt Shit, Die Böslinge und a-gen53 brachten im Amerlinghaus, im Metropol oder in der Arena die Teenager zum Pogotanzen. Fixer Treffpunkt der Punks war der Flohmarkt am Samstag. Do-it-yourself lautete das Motto: Man stellte sein Outfit selbst her, schrieb Fanzines, druckte Badges oder machte Musik, manchmal auch ohne jegliche Vorkenntnisse.
Die Ausstellung begibt sich auf die Spuren dieser energiegeladenen Jugendkultur und vermittelt mit reichhaltigem Material die damalige Aufbruchstimmung. Den visuellen Kern bilden die Fotografien von Mickey Kodak, einem der ersten Wiener Punks. Bis in die frühen 80er Jahre hat er mit seiner Kamera die Szene dokumentiert – ein bedeutendes Bildarchiv der nur scheinbar „toten“ Stadt. Dazu kommen Videointerviews mit Protagonist:innen von damals, Plakate, Fanzines, reichlich Musik und historisches Filmmaterial. Der zeitliche Rahmen reicht von den ersten Punks 1977 bis zur Räumung der „GaGa“ (Autonomes Kultur- und Kommunikationszentrum Gassergasse) 1983 – als Hardcore-Punk (u.a. mit der Band Dead Nittels) das Kommando übernommen hatte.
Die Publikation mit Fotos, Plakaten und weiterem Bildmaterial sowie 25 Interviews, in denen Zeitzeug:innen der Wiener Punk-Szene um 1980 zu Wort kommen, ist bereits bei Spector Books erschienen.
Abbildung von Punk Michael Tagunoff am Naschmarkt, 1981, Foto: Michael Snoj/Mickey Kodak