Weiß/Silber

1 Sommerstiefel, um 1970

Weißes Glattleder, Gitteroptik, weiße Schuhbänder, silber­farbene Metallringe und -nieten, Synthetik­sohle

Die hochmodischen weißen Sommerstiefel mit geometrischen Cut-Outs wurden zum Minirock oder zu Hotpants getragen.

2 Opernballkrönchen, 27.2.1987

Sieben Bögen, Strasssteine in Weißmetall gefasst

3 Geldtäschchen, um 1910

Silberfarbenes Metall in Kettentechnik, geprägter Alpakabügel mit Drehknopfverschluss

4 Hutkoffer, 1950er Jahre

Beige/grau gemusterter Kunststoff, Stehfläche mit vier halbkugelförmigen Metallfüßchen, Reißverschluss, Kunststoffhenkel

5 Großer Schulterkragen, 1845

Batist, Weißstickerei

Weiße Schulterkragen waren in der Biedermeier-Zeit ein un­entbehrliches Accessoire. Man trug sie über dem Kleid als ­Zierde.

6 Badeschuhe, 1960er Jahre

Gummi

Die weißen Gummischuhe ­dienten beim Schwimmen primär als Schutz vor steinigem oder felsigem Untergrund.

7 Abendtäschchen, 1972/1973

Silberfarbene Folie, Metallbügel mit Drehknopfverschluss, Metallkette als Henkel

Solche Täschchen waren beliebte Begleiter auf Bällen und wurden meist mit silberfarbenen Schuhen kombiniert.

8 Kochhaube, um 1920

Weiße Baumwolle, Stickerei

Die weiße Kochhaube mit ihrer feinen Weißstickerei steht für Sauberkeit und Hygiene in der Küche. Sie gehörte zum Standard jeder Küchencrew.

9 Damensonnenbrille, um 1965

Elfenbeinfarbener Kunststoff mit Sehschlitzen

Die Kunststoffbrille mit Sehschlitzen ist eine Kopie der „Mondmädchenbrille“ des französischen Designers André Courrèges. Seine extravagante Mode, der Space-Look, zeichnete sich durch avantgardistische Linien und mondweiße Accessoires aus. Diese Sonnenbrille im futuristischen Look fand unzählige Nachahmungen.

10 Malkittel für Kinder, 1975

Weißer Baumwollköper

Weiße Malkittel wurden in ­Wiener Kindergärten und Horten aus hygienischen und praktischen Gründen verwendet, da sie­ ­pflegeleicht waren.

11 Stillbüstenhalter, 1890/1900

Baumwolle

Die Geschichte des Still-BHs ist untrennbar mit der Entstehung des modernen Büstenhalters und der Zurückdrängung des Korsetts um 1900 verbunden. Der Still-BH entwickelte sich von einer bloßen „Klappe im Korsett“ zu einem unverzichtbaren, hochfunktionalen Kleidungsstück, das Müttern das Stillen ermöglichte, ohne den BH ablegen zu müssen.

12 Mädchenstiefeletten, um 1870

Ecrufarbener Seidensatin, ecrufarbene gelegte ­Seidenschleifen, Seidenquasten, Ledersohle, Schnürverschluss

13 Damenhut, 1960/1963

Weiße Kunstbastborten, ­Abschluss: cremefarbene Ripsborte

14 Bandeau-BH und Slip für Mädchen, 2002

Weißes Baumwolltrikot, schwarzbraune Baumwolltrikotbänder

15 Faltfächer, 1900/1910

Weiße Seidenbänder, Seiden­borten, Stäbe und Speichen aus gesägtem Holz, weiß lackiert, silberfarben bemalt, perlmuttverzierter Dorn mit Messingbügel, Seidenkordel mit Posamentriequaste

16 Herrennachthaube, 1875/1900

Naturfarbene gewirkte Baum­wolle, Quaste am Haubenspitz

Weiße Baumwollnachthauben, auch Schlafmützen genannt, gehörten zur obligatorischen ­Wäsche-Ausstattung eines ­Mannes. Sie waren pflegeleicht, da man sie zur Kochwäsche ­geben konnte. In den nicht geheizten Schlafzimmern schützten die Nachthauben vor Erkältungen.

17 Brautschleier mit Brautkranz, 26.12.1942

Tupfentüll, Wachsblumen, Stoffblätter

In einer Zeit der Mangelwirtschaft und der „Kriegshochzeiten“ war der weiße Schleier ein sichtbares Bekenntnis zum Leben – nicht nur ein Braut-Accessoire, das für Jungfräulichkeit und (moralische) Reinheit stand. Oft wurde ein traditionsreiches Stück unter Entbehrungen organisiert oder war als Erbstück bewahrt worden.

18 Trotteurs, 1928/1930

Naturweißes Brushleder mit Lochdekor, Riemen mit Metallschnalle mit Druckverschluss, Ledersohle

Naturweiße Trotteurs mit Lochmuster und flachem Absatz gehörten in den Sommermonaten zum Lebensstil einer selbststän­digen Frau.

19 Manschettenknöpfe, 1950er/1960er Jahre

Messing mit Perlmuttauflage mit diagonalem Messingstreifen

Aufgrund seines irisierenden, weiß schimmernden Glanzes entwickelte sich Perlmutt zu einem überaus beliebten ­Material für Knöpfe aller Art. Elegante ­Manschettenknöpfe aus Perlmutt sind auch heute noch für formelle Anlässe gefragt.

20 Kinderschuhe, um 1830

Ecrufarbener Faille, blau-weiße Seidenrosette, rosa Seiden­bänder, Ledersohle

21 Damengürtel, um 1980

Silberfarbenes Metall in ­Schlangenform, Steckverschluss

22 Klips, um 1931/1933

Silberfarbenes Metall, ­Strasssteine

23 Zum Herrnhuter
Stubenmädchenkopfputz, 1920er Jahre

Weiße Baumwollrüschen mit Stickereiborte, schwarzes Seidenband zum Binden

Die Wiener Stubenmädchen erkannte man an ihrer charakteristischen Kopfbedeckung: Sie trugen ein weißes Baumwollband mit Rüschen, das schwarze Band diente als Zierde und zum Binden am Hinterkopf.

24 Slingpumps, 1964–1970

Leder

Zu eleganten Abendgesell­schaften trug man gerne Slingpumps aus Silber.

25 Damensonnenschirm, 1890/1910

Cremefarbene Wildseide, ­schwarzer Satinrand, schwarze Satinmasche, Metallgestell, Stock und Griff aus lackiertem Holz

Weiße Sonnenschirme mit schwarzem Rand folgten den Trauervorschriften für Frauen. Ein solches Stück durfte getragen werden, sobald das erste Trauerjahr in vollkommen schwarzer Kleidung absolviert worden war.

26 Damensonnenhut, 1950er Jahre

Kunststoffborten


Der chinesisch inspirierte Hut war damals ein innovatives Produkt. Synthetische Fasern galten als modern, praktisch und waren eine günstigere Alternative zu Naturfasern.

27 Schultertuch, 1910

Hermelin

Große Stolen aus dem weißen Winterfell des Hermelins waren um die Jahrhundertwende ein Muss für großbürgerliche Damen. Weißes Hermelin mit angenähten schwarzen Schwanzspitzen wurde für Krönungsornate und Talare der hohen Gerichtsbarkeit verwendet. Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts fand das kostbare Fell Eingang in der Damenmode.

28 Taufgarnitur (dreiteilig), 1891

Cremefarbener Satin, Seiden­tüllspitze, Seidentüllrüsche

Cremefarbene Taufgarnituren ­waren eher selten. Da diese ­jedoch über Generationen hinweg vererbt wurde, entschied man sich vermutlich bewusst für eine neu­trale Farbe. So konnte sie unabhängig vom Geschlecht des ­Kindes getragen werden, das damals erst bei der Geburt feststand.

29 Damenstrümpfe, um 1966 (?)

Weißes Nylon mit Blockstreifen

30 Birkenstock-Sandalen für Kinder, 1989

Weiße Lederriemen mit Metallschnallen und Metalldruck­verschluss, Birkenstock-Brandsohle, Kunststoffsohle

Die Kultsandale für Generationen geht auf Johannes Birkenstock zurück, der bereits im 18. Jahrhundert als Schuhmacher tätig war. Im Jahr 1962 gingen die Sandalen mit einem von Karl Birkenstock erfundenen Gesundheitsfußbett in Massenproduktion. Charak­teristisch ist die Brandsohle mit Fersenvertiefung.

31 Bric’s
Handtasche, 2004

Elfenbeinfarbener Kunststoff, tra­pezförmig, zwei Henkel, zwei Außentaschen, Innentasche mit Reißverschluss, weißes Kunststofffutter, Schulterriemen mit Karabiner

In zartem Off-White und aus federleichtem Material ­gefertigt, ist die Tasche das perfekte Accessoire für warme Sommertage. Bric’s ist ein renommiertes italienisches Familienunternehmen, das 1952 gegründet wurde. Die Marke ist bekannt für hoch­wertiges Reisegepäck wie Trolleys und Taschen.

32 Handtasche, Ende 1950er/Anfang 1960er Jahre

Weißes Lackleder, goldfarbener Metallbügel und Metallschließe, Metallreißverschluss, schwarzer Kunststoffgriff

Die weiße Lackledertasche, trapez­förmig und kantig, elegant und ein wenig luxuriös, wurde zu eher konservativer Sommerkleidung getragen und passte zu formellen Anlässen.

33 Eislaufschuhe, um 1955

Leder, Metallkufen

Klassische Schlittschuhe aus weißem Leder wurden bevorzugt von Mädchen und Frauen getragen. Da sie ungepolstert waren und für die nötige Stabilität extrem fest geschnürt werden mussten, verursachten sie oft schmerzhafte Druckstellen an den Knöcheln. Erst gegen Ende der 1970er Jahre wurden sie allmählich durch Kunststoffschalenschuhe ersetzt.

34 Delarue Wien – Salzburg
Handtasche, 1980er Jahre (?)

Straußenleder, Metallkette und -schließe

Straußenleder ist ein exklusives, weiches und strapazierfähiges Glattleder, das sich durch sein charakteristisches Noppenbild auszeichnet. Als wertvolles Luxusmaterial zählt es zu den hochwertigsten Lederarten auf dem Markt und wird oft für maßgefertigte, exklusive Produkte verwendet.

35 Hutnadel, 1900/1914

Eisennadel, mit Strasssteinen besetzter Tropfen

Strass-Schmuck, benannt nach dem elsässischen Juwelier Georg Friedrich Strass, bezeichnet Diamantimitationen aus speziellem bleihaltigem Glas. Dieser Modeschmuck fasziniert durch seinen starken Glanz und seine Farbstreuung. Strasssteine wurden im 18. Jahrhundert populär.

36 Schweißbänder für Kopf und Handgelenke für Aerobic, 1985

Weißer Frottee, blau-gelb gestreift

Die tänzerische Sportgymnastik Aerobic wurde in den 1980er Jahren durch die amerikanische Schauspielerin Jane Fonda auch in Europa populär. Bunte, knallenge Overalls und Frotteebänder waren bei den schweißtreibenden Übungen zu lauter Popmusik unabdingbar.

37 Herrenweste, 1850/1860

Waffelpiqué, Weißstickerei

Die weiße Herrenweste ­wurde im 19. Jahrhundert modern und ­bildete einen Kontrast zum schwarzen Frackoberteil. Die Redewendung „eine weiße Weste haben“ wird dem preußischen Staatsmann Otto von Bismarck zugeschrieben, der sie als ­Metapher für ein tadelloses, moralisch anständiges Verhalten einer Person verwendete.

38 Haube, Anfang 1970er Jahre

Wirkware, Kunststoffplättchen, gehäkelt

39 Faltfächer, 1909

Seidendreher, Metallflitter, ­Metallfäden, Schildpatt, Stahl­piqué, Strasssteine

Gleißend mit metallischem Schimmer ergießt sich die opulente Silberstickerei über den Fächer und legt von der hohen Handwerkskunst der Fächer­macher Zeugnis ab.

40 Kurzes Cape, um 1891

Winterweißer Baumwollseiden­damast, Schwanenflaum

41 Herrenhemdkragen, 1890/1910

Weiße gestärkte Baumwolle, bernsteinfarbener Steckknopf

Der weiße steife Kragen galt als Statussymbol für Männer, die Büroarbeit verrichteten. Gestärkt mit Stearin und Weizenstärke, ­wurde er zwischen 1880 und 1930 ­millionenfach produziert. ­Saubere Kragen sowie Manschetten ­wurden an das Hemd angeknöpft, um dieses nicht so häufig reinigen zu müssen.

42 Damenbikini, 1946/1949

Weißer Piqué, an Oberteil und Hose Ösen mit Kordel zum ­Binden

Ende der 1940er Jahre einen ­Bikini zu tragen, erforderte Mut und Selbstbewusstsein. Bikinis galten als unmoralisch und anstößig. In manchen Schwimmbädern und an einigen Stränden waren sie verboten. Erst im Lauf der 1960er Jahre begann sich der Bikini durchzusetzen.

43 Kränzchen, 22.5.1954

Chenille, Wachsperlen, Papier

Traditionell trugen Mädchen zum weißen Erstkommunionskleid ein weißes Kränzchen aus mit Draht versteiftem Chenille, Wachs­perlen und Papierblättern im Haar. ­Dieses stammt aus dem Besitz von Jenny Pippal, Fernseh­sprecherin und Moderatorin.

44 Berufsschuhe „American Red Cross“, 1945

Naturfarbenes Mollino, im Fersen­bereich mit Köperband zum Binden

In Spitälern, Apotheken und Labors ist Weiß bis heute die dominierende Farbe. Sie steht in diesem Fall für hygienische ­Reinheit.

45 Opernballkrönchen, 1.3.1962

Siebenzackig, Strasssteine in Weißmetall gefasst

46 Ohrgehänge und Brosche, 1810/1830

Stahl

Die kleinen, facettierten und polierten Stahlstücke imitieren das charakteristische Funkeln echter Diamanten. Der englische Stahlschmuck „Cut-steel“ war als Modeschmuck zwischen 1770 und 1840 sehr angesagt. Zum absoluten Must wurden solche Schmuckstücke, als Napoleon I. seiner zweiten Frau Marie-­Louise ein Set aus Kamm, Ketten und Armband schenkte.

47 Security-T-Shirt, Life Ball 1997

Weißes Baumwolltrikot, Rück­seite bedruckt mit Werbung für die Firma Palmers

Das T-Shirt entwickelte sich aus dem Männer­unterhemd. Als modisches Statement tauchte es in den 1950er Jahren auf: Marlon Brando und James Dean trugen in ihren Filmen enge weiße T-Shirts als Symbole rebellischer Männlichkeit. Heute steht das Baumwoll-T-Shirt in der Kritik, da für seine Herstellung Unmengen von Wasser verbraucht werden.

48 Ballüberschuhe, 1914

Cremefarbenes Tuch, Hasen­fellverbrämung, ­cremefarbene Leinenbänder zum Binden, ­Gummieinsätze, Ledersohle

Ballüberschuhe wurden bei Schlechtwetter genutzt, um die Tanzschuhe auf dem Weg von Kutsche oder Automobil zum ­Ballsaal zu schonen. Junge ­Mädchen und Frauen besaßen solche Schuhe meist in hellen Tönen, passend zur Balltoilette.

49 Brautstiefeletten, um 1875

Satin, Leder

Passend zum Brautkleid, sollten die Braut­stiefeletten aus Satin in gebrochenem Weiß sein.

50 Armreif, 1970er Jahre

Weißmetall, Enden mit ­Kugelknöpfen

Derartige einfache Armreifen ­waren bei jungen Frauen und Männern stark im Trend. Man konnte auf dem flachen Oval seinen Namen oder den seiner Freundin/seines Freundes eingravieren lassen und als persönliches Geschenk überreichen.

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