Martin Dräger
15. November – 20. Dezember 1990
Martin Dräger
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Am Anfang seines eigenständigen Weges vom Kunstschmied und -schlosser zum Metallbildhauer stellte sich Martin Dräger vor fast 10 Jahren bereits mit einer Reihe von geschmiedeten Plastiken vor.
Auch wenn jene Figuren aus der Anfangszeit ihre Ideen aus den klassischen Handwerksverfahren des Eisenschmiedens und -spaltens schöpfen, richtet der Künstler Martin Dräger bald unter dem Einfluß der Konfrontation mit dem bildenden Schaffen aus anderen Bereichen der angewandten Kunst, seine Aufmerksamkeit auf Probleme der bildenden Auffassung des Kunstwerkes allein. Diesen paßt er seinen Verarbeitungstechniken an.
Schrittweise versucht er, die äußeren Einflüsse, die ihn anfänglich zur Kultivation seiner Schmiedearbeiten angeregt hatten, langsam zu verlassen, um sich mehr der Ausdrucksmöglichikeit des Rohmaterials zuzuwenden. Von den Kompositionen, bei denen es ihm um die Auflösung des Raumes und der in ihm enthaltenen Aktionen geht wendet er sich thematisch allmählich ab, um sich anderen, eher epischen Sujets zu widmen. So entstehen verschiedenartige Gefäße, welche hauptsächlich als Flächen aufgefaßt werden, wobei nur Details "funktionell" sind.
Neben diesen rein statischen Arbeiten versucht sich Martin Dräger an Sujets, die mehr spielerisch geprägt sind, wo die Bewegung den Betrachter zur eigenen Aktivität zwingt: zuerst verschiedene eckige Spiralen, später dann "Grasstöcke" in diversen Kompositionen. Eine Synthese beider Elemente stellt in der letzten Zeit eine Reihe von Figuralmotiven, meistens mit Punk 1, Punk 2, usw. genannt, dar. Hier sträubt sich ein konstruktiv aufgefaßter Korpus durch subtil bewegte Teile. Färbige und vergoldete "Nasen" unterstreichen noch die "romantische'" Ausstrahlung dieser Gestalten. Fast unwillkürlich nähert sich hier Martin Dräger dem Punker-Phänomen an. Es ist Ehrlichkeit, Verspieltheit sowie die unaufhörlich interessierte Beobachtungsgabe des künstlerischen Tuns, wie die des Alltags, die das Kunstschaffenden des Martin Dräger bestimmt.
Dr. Jan Mohr (Museum Liberec, Oktober 1990)
Kurzbiographie
Geboren am I5.November 19S2 in Liberec (ČSFR) | Studium: 1968 - 72 SUPS | Fachschule f. Edelstein u. Metallgestaltung, Abteilung Kunstschmiede u. Schlosser
Ausstellungen (Auswahl)
1987-88 Liberec, Pracbatice, Hrádek/N | 1990 Nordböhmisches Museum, Liberec | Metallplastik Prag | Antwerpen, SPA
Kontakt:
c/o Herbert Neuninger, Bonygasse 32/1/22, 1120 Wien
Tel. 859541