Iris Dittler

Incongruent Sites

14. Mai – 11. Juni 2015

Iris Dittler

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14. Mai – 11. Juni 2015
Kategorie: Archiv

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1010 Wien, Felderstraße 6–8
1010 Wien, Felderstraße 6–8

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Übersetzung und Verwandlung. Zu den Arbeiten von Iris Dittler
Die Arbeiten Iris Dittlers lassen sich nicht von den Modi ihrer Produktion ablösen, sie sind vielfältig an die Felder von Übersetzung, Verwandlung und Übertragung gebunden. Ihr übergreifender, vom Körper her gedachter wissbegieriger und doch auch sehr sensibler Tastbetrieb setzt auf Anordnungen und Konstellationen. Ein künstlerisches Forschen und Denken wird spürbar, das die unausgesetzt stattfindenden Veränderungen ringsum aufmerksam beobachtet, auf die Fixierung von Augenblicken angelegt ist. Geplante Transformationen, aber auch Überraschungen werden dabei zu Momentaufnahmen verdichtet, die die medialen Eigengesetzlichkeiten der jeweils aufgerufenen Kunstpraktiken und -techniken nicht ausblenden. Da ist die Choreografin als Zeichnerin als Tänzerin und immer so fort am sprichwörtlichen Zug. Immer wieder wird der schon erwähnte Körper – nicht selten jener der Künstlerin – zum Forschungsinstrument, zum Untersuchungsgegenstand oder eben auch zum Bezugspunkt. Die fixe Größe einer menschlichen Achse dient zur Orientierung und Rückkoppelung angesichts einer immer wieder neu vorgenommenen Ausrichtung. Am Körper kommt es zum konkreten Abgleich der medialen Scans der sogenannten Wirklichkeit, das Feedback fungiert – wie das Prozessuale und die dadurch bedingten Handlungen – als wesentlicher Teil der versuchsgleichen Unternehmungen. Die aufblitzenden Inkongruenzen, das Ausscheren aus der Deckungsgleichheit bildet ein programmatisches Spannungsverhältnis aus Klarheit und Vagheit nicht nur ab, es provoziert es vielmehr. Konsequenterweise bietet uns die Künstlerin kein kohärentes System cooler Zeitgeistigkeit, denn vielmehr die Erfahrbarkeit herausgearbeiteter Korrespondenzhaltungen. Die Langsamkeit, die dieser Haltung innewohnt, wird (und: soll) dem Publikum auch bei der Rezeption abverlangt werden. Es braucht Konzentration und Zeit für das Verstehen eines Schaffens, das nicht zuletzt im zweifachen Verlauf aus Welt und Ausrichtung begründet ist.

Thomas Ballhausen

Kurzbiographie
Iris Dittler geboren 1985 in Wien | 2004–2011 Akademie der bildenden Künste, Wien | 2008–2009 École nationale supérieure des beaux-arts (ENSBA), Paris

Ausstellungen (Auswahl)
2014 „Révolte logique” Part II, Slave to Art, Marcelle Alix, Paris | „abita sotto la lingua”(solo), Santa Maria Gualtieri und Palazzo Bottigella Gandini Art Lab, Pavia/ITA | 2013 Jeune Création 2013, Centquatre, Paris | „Meaning of Things”, Fondazione Ratti, Como/ITA | „Temporäre Anordnung”, mit Sissi Makovec, Angela Strohberger, Verein bildender Künstlerinnen (VBKÖ), Wien | „Some roads to somewhere”, Hilger BROTKunsthalle, Wien | 2012 „working”, Glockengasse 9, Wien | „WILDER RAUM”, Kunstraum Niederösterreich, Wien | 2010 Marmara triennial, Istanbul

Performances (Auswahl)
„LOST OBJECTS”, Micadanses, Paris | 2013 „mind is as close as you come”, Kunstraum Niederösterreich, Wien | „signals from beyond the source”, Tanzquartier Wien | 2012 „ready, but not waiting”, festival des pratiques in-situ, Jardin d´Alice, Paris

Auszeichnungen/Residencies
D.ID dance identity – emerging choreographer 2015/16/AUT | 2014 BKA Auslandsatelier Paris | 2013 „Advanced Course for Visual Arts” mit Matt Mullican, Fondazione Ratti, Como/ITA | 2012 Startstipendium für bildende Kunst, BMUKK | Texas State University, performance research mit Brandon Gonzalez, Austin/USA

Ankäufe
2012 Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien

Kontakt:
articulate@gmx.at | www.articulate.at

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