Herbert Oppeneigner
30. April – 21. Mai 1987
Herbert Oppeneigner
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Die Ölbilder Oppeneigners verlangen vom Betrachter absichtsloses Schauen, sie drängen sich nicht auf. Das beinahe kammermusikalische Wechselspiel von gedämpften Farbwerten bewirkt einen reizvollen Trompe-l’œil-Effekt: Symbolhaftes und Zitate lassen kaum ein Bildmotiv im herkömmlich-konkretisierenden Sinn erkennen, lösen aber endlose Assoziationsketten im Betrachter aus.
Das Ineinander der einzelnen Farbflächen, in denen Oppeneigner eine homogene Pastellhaftigkeit zu erreichen trachtet, suggeriert Räumlichkeit, ohne diese jedoch zu akzentuieren. Die Farbraster, wie auch die geschwungenen Streifenmuster ("Bildfähnchen") dynamisieren das koloristische Kräftespiel und erinnern entfernt an die Primitivismen seines Lehrers Hundertwasser. Auch die zum Phantastisch-Dekorativen tendierenden Flächenmuster wurzeln in den bekannten, bis zum Jugendstil zurückzuverfolgenden heimischen Traditionen.
In Oppeneigners Bildern wird der unbändige Farbfleck zum ästhetisch kalkuIierbaren "Bildvokabel" umgedeutet. Spielerisch erobert sich der Tiroler eine Phantasiewelt, die abseits eines chaotisierenden Formenrepertoires jedem Bilddetail - und sei es noch so peripher - Bedeutung und Eigenwert beimißt.
Dr. Hannes Etzlstorfer
Kurzbiographie
Herbert Oppeneigner, geboren am 8. Dezember 1957 in St. Johann in Tirol | Lehre als Technischer Zeichner | 1980-1986 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei G. Hessing und F. Hundertwasser | 1985-86 Meisterschulpreis | Als freischaffender Künstler tätig
Kontakt:
1020 Wien, Scherzergasse 8/8