Franz Rosei

Skulpturen 1970-2000. Retrospektive

1. Februar – 18. März 2001

Franz Rosei

Skulpturen 1970-2000. Retrospektive

1. Februar – 18. März 2001
Kategorie: Archiv

Die Ausstellung "Franz Rosei - Skulpturen 1970-2000 - Retrospektive" zeigt einen repräsentativen Querschnitt durch Franz Roseis bildhauerisches Werk der letzten drei Jahrzehnte.

Gezeigt werden rund dreißig Steinskulpturen und eine Bronzeplastik, teils aus öffentlichem, teils aus Privatbesitz.

Franz Rosei über seine Arbeit:
"Das zentrale Thema ist nicht die menschliche Figur, wie ich oft höre, sondern die Sicht auf dieses Leben, die Welt, und der Wunsch, das Ergebnis dieser Betrachtung, Untersuchung in Form umzusetzen.

Diese Sicht ist nicht heiter, auch nicht gelassen, da ist ein Sichaussetzen - Sichentziehen, ein Standhalten, ein Dulden und Ertragen, ohne Resignation.

Zur Arbeit: Zuerst sind es die Bilder, die auftauchen - man findet was man sucht. Sie scheinen klar und überzeugend, aber dem ist nicht so. Schon nach kurzer Zeit, nach der Zerstörung des Blocks wird das Bild fragwürdig. Nun beginnt das Material, der Stein die Formvorstellung zu relativieren, das ist der eigentliche Beginn der Arbeit. Ein Vorwärtsgehen im Sinne des Bildes und ein Reagieren auf die Veränderungen, auch auf den Zufall. Ein Prüfen und Abwägen, ein höchst waches Planen einerseits, ein nahezu somnambuler Zustand andererseits. DENKEN, SCHAUEN, TIEFTAUCHEN - Monate lang.

Die Skulptur in ihren reichen gedanklichen und gefühlsmäßigen Verästelungen trägt man in sich, sie ist in Herz und Hirn tief, ja qualvoll eingesenkt.

Irgendwann, ähnlich wie bei einem Schachspiel, sind die Möglichkeiten ausgedünnt, ist die Botschaft eingebracht. Nun beginnt das aufreibende Finish der Arbeit - die Trennlinie im Fluss der Gedanken muss gezogen werden. Jeder weitere Eingriff würde die Umarbeitung der ganzen Skulptur, vielleicht deren Zerstörung bedingen. 
So ist es für mich, so geschieht es."

Franz Rosei wurde 1947 in Wien geboren. 1966 Matura, 1967 Beginn der Arbeit an Holz- und Gipsskulpturen. Nach einem kurzen Aufenthalt an der Hochschule für angewandte Kunst bei Prof. Leinfellner arbeitet Rosei wieder alleine weiter. Einige Plastiken in Betongusstechnik entstehen. Ab 1970 arbeitet er ausschließlich in Stein (Marmor, Kalkstein, Sandstein), daneben Beschäftigung mit der Zeichnung (Bleistift, Kohle, Wasserfarben). 1985 Beginn der Arbeit an der Form für einen großen Bronzeguss. Seither entstehen immer wieder auch Bronzeplastiken.

Roseis Arbeiten waren bereits mehrfach Ausstellungen in Wien, Salzburg, Klagenfurt, Graz und Linz, in München, Mailand und New York gewidmet. Darüber hinaus beteiligte er sich an etlichen Großausstellungen zeitgenössischer Kunst, z.B. in Basel, Bozen und Paris.
Einige Arbeiten stehen im öffentlichen Raum.

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