Folder barrierefrei online
Uhrenmuseum
Verdichtung
Heliane Wiesauer-Reiterer (* 1948)
Die Verdichtung auf das Wesentliche der Existenz erweist sich als durchgängiges Charakteristikum der Kunst von Heliane Wiesauer-Reiterer. Sie ist eine der wenigen weiblichen Proponenten der „Neuen Wilden“ ab den späten 1970er Jahren, eine Reduktionistin, ohne dem Neo Geo der 1990er Jahre anzugehören, eine Materialkünstlerin, ohne der Arte Povera allzu nahezukommen, und sie ist eine Spurensucherin, die im gefundenen Material individuelle Qualitäten erkennt und herausarbeitet. In all ihren Werken ist eine tiefe Zuneigung und Achtung vor der Natur spürbar. Heliane Wiesauer-Reiterer ist zweifellos eine der bedeutendsten Künstler:innen ihrer Generation, die insistierende Eindringlichkeit ihres Werks ermöglicht Bilderfahrungen von seltenem Tiefgang.
Der Bildgenerator
Karl Heinz Koller (1943–1995)
Mit technischer Brillanz und Forschergeist hat Karl Heinz Koller ein herausragendes Werk geschaffen, das mit analogen Möglichkeiten bis dahin kaum machbar Geglaubtes entstehen lässt. An digitale Bildwelten gewöhnt erscheint es mehr als überraschend, was dieser „Bildgenerator“ präsentiert. Das Frühwerk befasst sich mit konzeptuellen und dokumentarischen Fragestellungen (Aktionsfotografie, Tagesporträts und Dokumentation einer frühen Wiener Kommune). Die Konfigurationen (ab 1975) zeigen neue optische Realitäten mit den Mitteln analoger Farbfotografie, die an Pop Art, Ansichten des Kosmos oder buddhistische Mandalas denken lassen. Daneben entsteht bis zu Kollers Tod 1995 Aus dem Palast der Unsterblichkeit – Projekt Erwin aus collagierten Notizbüchern.