Dem Glück auf der Spur

250 Jahre Österreichisches Zahlenlotto

11. April – 26. Mai 2002

Dem Glück auf der Spur

250 Jahre Österreichisches Zahlenlotto

11. April – 26. Mai 2002
Kategorie: Archiv

1752 fand in Wien die erste öffentliche Ziehung des von Maria Theresia im Jahr davor in den böhmischen und österreichischen Erblanden als Staatsmonopol institutionalisierten Zahlenlottos statt. Seit diesem Zeitpunkt wird das Lotto mit den Zahlen 1 bis 90, das sogenannte "Lotto di Genua", in Österreich kontinuierlich gespielt. Somit kann das österreichische Lotto auf eine - und das ist einmalig in Europa - ununterbrochene 250jährige Geschichte zurückblicken. Für das Historische Museum der Stadt Wien ist dies Anlass, über Entwicklung und Zukunft dieses offenbar unverwüstlichen Glückspiels und seine Nachfolger, wie zum Beispiel das beliebte "6 aus 45" nachzudenken.

Die Ausstellung verfolgt den Faden des Lottos von seinen Ursprüngen in den florierenden Städten des 16. und 17. Jahrhunderts in Italien und in den Niederlanden über die Entwicklung des staatlichen Lottos in Österreich - vom Lottopatent Maria Theresias zum in seinen Grundzügen noch heute wirksamen kaiserlichen Lottogesetz von 1813 - bis hin zur Entstehung einer Vielfalt von Lotto- und Totospielen in der Ersten und Zweiten Republik. Sie zeigt die Fülle der Publikationen die zur rasanten Verbreitung dieses Spiels beitrugen: Die Almanache, Taschenbücher und Kalender der Aufklärung und der Biedermeierzeit ebenso wie Werbematerialien von heute. Sie rückt das Leben und Treiben in und vor den Lottokollekturen in den Blickpunkt, das mit seiner von Erwartungen und Träumen geprägten Atmosphäre immer wieder von Künstlern festgehalten wurde. Die Ausstellung zeigt auch die vielfältigen Versuche, das Glück zu berechnen: Traumbücher, magische Spielpraktiken, kabbalistische Symbolik begleiten das Lotto seit jeher. Selbstverständlich ist die Geschichte des Lottos auch die Geschichte seiner ureigensten Dokumente: Der Lose und Spielscheine, vom "Lotteriezettel" der "k.k. Lotto-Direktion" von 1792 bis zum Internet-Tipp. Und von Anfang an gehörte zum Lottospiel die Show - die Inszenierung der Ziehung mit entsprechenden Ziehungsgeräten als wichtigsten Utensilien. Auch diese "Augenblicke des Glücks" fanden wiederholt in künstlerische Darstellungen Eingang. Schließlich will die Ausstellung vom Missbrauch des Lottospiels - z.B. durch Kriegslotterien - ebenso sprechen wie von seinem sozialen Nutzen. Sollte doch die häufige Verbindung von Lotto und wohltätigem Zweck nicht zuletzt den immer wieder geäußerten moralischen Bedenken gegen dieses Glückspiel den Wind aus den Segeln nehmen. Die Popularität des Lottos wird auch in den zahlreichen Varianten deutlich, die das "offizielle" Lottospiel als Gesellschaftsspiel - vor allem als belehrendes Kinderspiel - nachahmen. Dazu gehören die in der Ausstellung gezeigten Zahlen- und Rechenlottos mit dem Einmaleins, die Sprichwörter und Rätsellottos ebenso wie die grammatikalischen, weltgeschichtlichen, geographischen und naturgeschichtlichen Lottospiele.

Die Ausstellung "Dem Glück auf der Spur - 250 Jahre Österreichisches Zahlenlotto" wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Spielforschung und Spielpädagogik an der Universität Mozarteum erarbeitet. Sie findet mit Unterstützung der österreichischen Lotterien statt.

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