Blau

1 012 benetton
Kinderschirm, 1990

Baumwolle, Messing, Holz

Der Kinderschirm mit seinem Enten­kopfgriff und dem prakti­schen Schulterriemen ist ein Symbol für die Philosophie der italienischen Modekette Benetton. Es sollte „lebendige Mode“ sein, gemacht für die Straßen der Welt. „012 benetton“ ist die Kinderlinie der Marke, Mode für Menschen von null bis zwölf.

2 Xenos
Ein Paar Sneakers mit Absatz, um 2008

Baumwolle, Gummi, Baumwollschuhbänder

Sneakers mit Plateau und Absatz waren in den 2000er Jahren eine auffällige, aber recht kurzlebige Modeerscheinung.

3 Kindermoden Dohnal
Mädchenmantel, 1981

Dunkelblauer Wollstoff, Kunstpelz

Dunkelblaue Mäntel waren besonders im Winter gefragte Klassiker. Der Entwurf besticht durch besondere Details wie den Kapuzenbesatz aus weißem Kunstpelz, Perlmuttknöpfe und Smok-Elemente. Das Wiener Kindermodenhaus Dohnal wurde für die erstklassige Verarbeitung und den eher konservativen Stil geschätzt.

4 Damenstrümpfe, um 1900

Baumwolle

Der Ausdruck „Blaustrumpf“ bezeichnete ursprüng­lich ­Mitglieder der Londoner „Bluestocking Society“, eines Frauenzirkels, der im 18. Jahrhundert infor­melle Treffen zwecks intellektuellen Austausches pflegte. Im 19. Jahrhundert wandelte sich der Begriff zum spöttischen Schimpfwort für gebildete, emanzipierte Frauen, ähnlich dem Ausdruck „Emanze“.

5 Palmers
Strumpfband aus Spitze, 15.5.1999

Polyamid, Gummi, Strassstein

Traditionell soll die Braut etwas Geborgtes, etwas Neues, etwas Altes und etwas Blaues bei der Hochzeit tragen. Seit der Nachkriegszeit bezieht sich dies vor ­allem auf ein blaues Strumpfband.

6 Damengürtel, um 1905

Blaugrauer drapierter Seidensamt

7 Motorradhaube, 1957

Baumwolle

Die Baumwollhaube war ein unverzichtbares Accessoire unter dem Motorradhelm. Als funktionale Zwischenschicht verhinderte sie bei sommerlichen Temperaturen, dass Schweiß direkt in das Helmfutter drang. In den Wintermonaten diente die Haube als zusätzliche Isolationsschicht gegen den kalten Fahrtwind.

8 Faltfächer, um 1900

Blau-violetter Seidentaft, Gold­folienstickerei, Holzgestänge

9 Hutspange, um 1950

Baumwollsamt

Die Hutspange besticht durch ihre jugendliche Eleganz. Die Kombination aus der Samt­masche und dem farblich abgestimmten Hutschleier macht das modische „Hütchen“ zu einem klassischen Beispiel für jene Ära, in der eine Kopfbedeckung noch unverzichtbarer Bestandteil der Damengarderobe gewesen ist.

10 Sandaletten, 1942–1946

Veloursleder, Glattleder, Metallschnalle

11 Mäser
Damenbadeanzug, 1968–1970

Helanca, Gummizug

Der Badeanzug mit Querstreifen und weißem Ankermotiv war ein Verkaufsschlager der Jahre um 1970. Gefertigt wurde das Modell vom Vorarlberger Traditionsunternehmen Mäser aus der Kunstfaser Helanca, die die Herstellung besonders elastischer, robuster und pflegeleichter Kleidung möglich machte.

12 Schute, 1841/1848

Stroh, Seidenrips

Helle Blautöne avancierten im Biedermeier zur modischen Konstante der Damenmode. Der Strohhut mit seinem Futter aus hellblauem Seidenrips und den passenden Bändern ist ein Zeugnis dieser Ära. Blau galt als weiblich und symbolisierte Reinheit sowie Anmut – Tugenden, wie sie das biedermeierliche Frauenideal verlangte.

13 Säuglingshemdchen mit Häubchen, um 1830

Baumwolltüllspitze, Seidentüll

Die blauen Seidenmaschen weisen dieses Hemd­chen aus Seide und Tüllspitze als ­Mädchen­kleidung aus. Blau galt seit der Antike als weib­lichste aller Farben, was in der christlichen Farbsymbolik weiter­geführt wurde. Die Ikono­grafie der Schutz­mantelmadonna zeigt Maria traditionell in Blau.

14 Sakko, 1980er Jahre

Mittelblauer Samtcrash

Der satte, schillernde Blauton des Sakkos wird durch den auffällig weichen Samt noch verstärkt.

15 Pantoffeln, um 1950

Leder, Kunstleder, Metallnägel, Holz

Die hochhackigen Pantoffeln mit den hellblauen Lederspangen ergänzen ideal die beliebte Strandgarderobe der 1950er Jahre in diversen Blautönen.

16 Manschettenknöpfe, um 1900

Blau-grünes Glas, Messing, versilbert

17 Täschchen, 1948/1952

Samt

Das Täschchen aus mittelblauem Samt wurde zu einem eleganten Nachmittagskleid aus demselben Material getragen.

18 Damensonnenschirm, Mitte 1920er/Anfang 1930er Jahre

Dunkelblau-weißer Filz, Filzblattdekor, Metallgestell, Speichen mit blauem Kunststoffabschluss, lackierter Rohrstock, Kunststoffgriff in Vogelkopfform

19 J. Duvelleroy
Federfächer, 1920/1930

Kornblumenblaue Reiherfedern, honiggelbes Kunststoffgestänge

Der Fächer stammt aus der ­berühmten Fächer­manufaktur J. Duvelleroy, die 1827 ­gegründet wurde und bis heute in Paris existiert.

20 JIGSAW
Herrensommerhut „Globetrotter“, 2015

Dunkelblaue Baumwolle

21 JIGSAW
Herrenbermuda, 2015

Dunkelblaue Baumwolle

Für Urlaubsaufenthalte gut geeignet sind der „Globetrotter“ und die Bermudas aus verwaschener, ehemals dunkelblauer ­Baum­wolle. Beide Stücke stammen vom ­Label JIGSAW, das 1970 vom Eng­länder John Robinson ge­gründet worden ist.

22 Taufgarnitur, 1745

Baumwollgarn, Glasperlen, Seidenband

Die blaue Taufgarnitur mit hellblauer Perlen­verzierung gehörte im 18. Jahrhundert typischer­weise einem Mädchen, wie auch aus dem zugehörigen Taufbrief hervorgeht.

23 Turnschuhe (?), 1920/1925

Wolle, Leder

Die kornblumenblauen Wollballerinas fanden vermutlich sowohl als Gymnastikschuhe als auch als bequeme Hausschuhe Verwendung.

24 Handtasche, um 1950

Kunststoff, Metall

In den 1950er Jahren erfreuten sich kofferartige Handtaschen aus festem Kunststoff wie dieses Modell in markantem Türkisblau großer Beliebtheit.

25 Damenarmreif, um 1850

Silber, emailliert

Der fein gearbeitete Armreif besticht durch seine Emaillierung in Blau, was traditionell als Sinnbild der Treue gilt. Form und Dekor lassen auf ein einstiges Präsent schließen.

26 Tasche für Waschzeug (Necessaire), 1932

Wolle, Metall, Viskose

Die abgestuften Blautöne der Kosmetiktasche mit besticktem Dekor unterstreichen die für die Epoche typische Kombination aus Modernität und eleganter Strenge. Das Formenspiel aus klaren Linien und geometrischen Mustern ist bezeichnend für die Ästhetik des Art déco.

27 Mädchenkostüm, um 1965

Dunkelblauer Wollstoff, Kunststoffknöpfe

Dunkelblaue Mädchenkleidung war vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die frühen 1980er Jahre beliebt. Die Farbe wirkte unauffällig, brav und tugendhaft. Noch heute tragen Schülerinnen in katholischen Privatschulen dunkelblaue Uniformen.

28 Federfächer, um 1890/1900

Blau, schwarz und rot changierende Exotenfedern, Schildpattgestänge

In abwechslungsreichen Blau­tönen präsentiert sich der Federfächer, gefertigt aus Straußen-, Exoten- und Reiherfedern. Die Federn wurden zu den Ballroben passend eingefärbt. Die ­extreme Vorliebe für Straußenfedern ­führte Ende des 19. Jahrhunderts fast zur Ausrottung dieser flug­unfähigen Laufvögel.

29 Adele List
Hut in Form einer Frisur, um 1955

Martinskrähenfedern, Filz, Netzstoff, Viskosetaft

Der in Farben und Form vom alten Ägypten in­spirierte Hut aus blauen und türkisen Federn stammt von der berühmten ­Wiener Modistin Adele List. Extravagante Hüte waren ihr Markenzeichen.

30 Fäustlinge, Mitte 1960er Jahre

Wolle

Die gestrickten Fäustlinge im „Norwegermuster“ begannen ihren Siegeszug 1857 im norwegi­schen Selbu. Die junge Marit Emstad strickte Handschuhe mit Rosenmuster und trug sie zur Kirche. Die Reaktion war über­wältigend. Das Dorf wurde zu einem Zentrum der Strickkunst und zu einem Symbol weiblicher Selbstständigkeit und Kreativität.

31 Marcelle Agnellet
Damenhut, 1952

Stroh, Samt, Rips

Der elegante Hut aus dunkelblauem Stroh mit dunkelblauer Samt­masche und Schleier entspricht der Modelinie der frühen 1950er Jahre.

32 OshKosh B’gosh
Mädchenlatzhose, 1992

Türkisblauer Baumwoll-Double mit Blümchenmuster und Pünktchen

Die Firma OshKosh B’gosh, 1895 in Wisconsin/USA gegründet, entwickelte sich vom Spezialisten für Arbeitskleidung zum globalen Marktführer für Kindermode. Der Durchbruch gelang um 1900 mit der Erfindung der ­Kinderlatzhose. Diese war robust und konnte leicht an- und ausgezogen werden.

33 Damensonnenschirm, 1900/1920

Mittelblauer Seidenköper, Innenseite goldfarben-Doubleface, Posamentrieschlaufe, achtteiliges Metallgestell, Stock und Griff aus Holz mit floraler Schnitzarbeit, Knauf aus schwarz lackiertem Holz

34 Federfächer, 1920er Jahre

Türkisfarbene Straußenfedern, elfenbeinfarbenes Kunststoff­gestänge

© 2026 Wien Museum
Österreichisches Umweltzeichen - Grünes Museum