Die Sonnenfinsternis vom 11. August 1999

Fotos von Didi Sattmann

16. November 1999 – 9. Januar 2000

Die Sonnenfinsternis vom 11. August 1999

Fotos von Didi Sattmann

16. November 1999 – 9. Januar 2000
Kategorie: Archiv

Erinnern Sie sich noch, daß das Uhrenmuseum in den Monaten Juli und August 1999 eine kleine Präsentation historischer Aquarelle und Graphiken zur "letzten Sonnenfinsternis" im Wiener Raum aus dem Jahre 1842 zusammengestellt hat?

Infos zur damaligen Ausstellung “8. Juli 1842 / 11. August 1999” im Uhrenmuseum  Nun ist bereits jene Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 Geschichte. Wir nehmen dies zum Anlaß, in den letzten Wochen des heurigen Jahres, wiederum im Uhrenmuseum, darauf zu reagieren und zeigen eine kleine Auswahl an Fotos von Didi Sattmann.

Der Fotograf Didi Sattmann hat für das Historische Museum der Stadt Wien die Sonnenfinsternis vom August 1999 mit subjektivem Blick festgehalten. Nicht die Ereignisse, die am Himmel zu sehen waren, sind sein Thema, sondern die"Beobachter" in der Stadt. Für den Beobachter findet das "Jahrhundertereignis" nicht am Himmel statt, sondern auf den Straßen und Plätzen. Die Attraktion der astronomischen Sensation läßt für den Fotografen eine Spekulation der Anthropologen für den Moment wahr werden: was wäre, wenn die Menschen dem Anblick der Sonne tatsächlich stand hielten, und sich nicht aus Angst davor, zu erblinden, auf ein horizontales Gesichtsfeld beschränken müßten, wie es der Philosoph George Bataille sozusagen als Tragikomödie beschrieben hat? Wie immer diese Spekulation entschieden sein sollte: Die Fotografien Didi Sattmanns lassen das volle Spektrum einer buchstäblich veränderten "Weltsicht" - Euphorie, Unsicherheit, Coolness - am 11. August nochmals und multiperspektivisch auftreten: Er hat jene fotografiert, die Wien nicht verlassen konnten, um in die "Kernzone" zu reisen (oder zu "stauen"), Touristen, die den Extra-Erlebniswert der verdunkelten Stadt freudig honorieren; Büromenschen, denen sich die Mittagspause subjektiv um mehr als nur ein paar Minuten verlängert; die Skeptiker, die sich keine Schutzbrille besorgt hatten und nun improvisieren mußten; lässige kids, die es sich auf ihren city-bags bequem machten.

Was Johann Christian Schoeller 1842 auf Papier festgehalten hat, trifft man auf Didi Sattmanns Fotos von 1999 wieder an: erst die Reaktionen der Menschen auf die Sonnenfinsternis machen diese zur "totalen" ...
 

Kontakt:
Auskünfte zur Ausstellung erhalten Sie im Uhrenmuseum unter der Telefonnummer: +43-1-533 22 65 (Herr Kerscbaum oder Frau Ferschitz) oder im Historischen Museum der Stadt Wien unter der Telefonnummer: +43-1-505 87 47/84051 (Herr Sattmann). 

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