Gesprächskreise im Wien Museum

ZUM ROT-WERDEN
100 JAHRE POLITISCHES ALLTAGSLEBEN IN WIEN

Im Gesprächskreis treffen sich SeniorInnen einmal im Monat, um aus ihrem Leben zu erzählen und einander dabei zuzuhören. Unter fachkundiger Moderation werden persönliche Erfahrungen zu stadthistorisch interessanten Themen ausgetauscht. Im Hinblick auf die kommende Ausstellung „Das Rote Wien. 1919-1934“ treffen wir uns circa einmal monatlich.

In Wien wurden vor 100 Jahren zahlreiche Grundsteine für eine neue Gesellschaft gelegt, sogar vom „Neuen Menschen“ war die Rede. Die kommunalpolitischen Reformen der Wiener Stadtregierungen zwischen 1919 und 1934 auf den Gebieten des Wohnbaus, des Schul- und Erziehungswesens, der medizinischen Versorgung usw. erlangten international Beachtung und gingen als „Rotes Wien“ in die Geschichte ein. Was waren die Ideale der Arbeiterbewegung, die nach dem Ersten Weltkrieg an politischem Einfluss gewann? Wie spürbar waren ihre Reformen im Alltag? Woran haben unsere Groß- und Urgroßeltern geglaubt, wofür haben sie sich eingesetzt? Und was haben ihre Nachkommen daraus gemacht? Wie lebenswert ist unser Wien heute? Ist es eher zum Rot-Sehen oder zum Rot-Werden? Der wichtigste Fundus unserer Gesprächskreise sind die persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen der Teilnehmenden und das überlieferte Wissen in der eigenen Familie.

Die Teilnahme an den Gesprächsrunden ist kostenlos, eine regelmäßige Teilnahme ist erwünscht. Interessierte sind herzlich willkommen!

Anmeldung erbeten unter service(at)wienmuseum.at

Termine

Mittwoch, 24. April 2019, 14 bis 16 Uhr
Mittwoch, 5. Juni 2019, 14 bis 16 Uhr

Schubert Geburtshaus
1090 Wien, Nußdorfer Straße 54

 

In Kooperation mit der „Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen“ des Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien und der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, Alpen-Adria Universität Klagenfurt.

Einlangende schriftliche Beiträge werden laufend auf der Erinnerungsplattform www.MenschenSchreibenGeschichte.at dokumentiert.
 

Ziel der Vermittlungsangebote

Ziel der Vermittlungsangebote des Wien Museums, zu denen auch die Gesprächskreise zählen, ist nicht nur Offenheit für aktuelle Fragestellungen und Themen, sondern auch durch Vergegenwärtigung der jüngsten Geschichte eine Verknüpfung von Ausstellungsinhalten mit der eigenen Biografie zu fördern. Geschichten und Erfahrungen der Besucherinnen und Besucher sollen mittels biografisch orientierter Bildungsangebote an die Ausstellungsobjekte und an das Museum rückgekoppelt werden. Das Wien Museum bietet sich hier als urbanes Diskussionsforum an.

Die „Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen“ an der Universität Wien sieht sich seit ihrer Gründung Anfang der 1980er als ein Forum für biografieorientierte Forschungs- und Bildungsprojekte. Neben der Sammlung, Analyse und Edition lebensgeschichtlicher Erinnerungstexte haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dokumentationsstelle wiederholt lebensgeschichtliche Gesprächskreise in Volkshochschulen und Pensionistenheimen initiiert und geleitet. Die Teilnehmer/innen werden dabei unterstützt, Bilanz zu ziehen und ihre eigene Biografie in die Zeitläufe des 20. Jahrhunderts einzuordnen.

Das Museum und seine Ausstellungen eröffnet beiden Seiten neue Gestaltungs- und Vertiefungsmöglichkeiten. Für die lebensgeschichtliche Erinnerungsarbeit bieten sich neue methodische Zugänge und Umsetzungsmöglichkeiten, für die museologische Arbeit liefern die Gesprächsrunden neue Erkenntnisse zur Bedeutungskonstruktion von Objekten.

Einige Gesprächskreise wurden transkribiert; die Texte können auf Anfrage eingesehen werden (guenter.mueller(at)menschenschreibengeschichte.at). Lebensgeschichtliche Erzählungen und Objekte aus dem Privatbesitz der Teilnehmer/innen wurden in Ausstellungen integriert.
 

Zielgruppe/n:

Alltags- und lokalhistorisch interessierte Seniorinnen und Senioren
 

Themen:

2019 Rotes Wien
2018 bis 2019 - Dachboden, Keller, Speisekammer - Geschichten vom Einlagern und Auslagern
2017 bis 2018 – Vom Schminken, Rasieren und Frisieren - Körperkult und Schönheitspflege in Wien
2016 - Arbeitswelten zwischen Küche, Werkbank und Schreibtisch
2015 - Geschichten aus dem Wiener Prater
2014 - Greißler, Markt und Shopping City - Kaufen in Wien
2013 - Vom Warten, Umsteigen und Weiterkommen - Bewegung in der Stadt
2011 bis 2012 - Generationen und Jugendkulturen
2010 - Gärten und Garteln in der Stadt
2008 - An den Rändern der Stadt
2007 - Daham oder: Wo die WienerInnen wirklich z’ Haus sind
2006 - Im Wirtshaus
2005 - Schöner Wohnen im Gemeindebau?
 

Kontakt:

Doku Lebensgeschichten
T: +43 (0)1/4277-41306
E: lebensgeschichten(at)univie.ac.at
Wien Museum
T: +43 (0)1/5058747-85180 (Mo-Fr, 9-14 Uhr)
E: service(at)wienmuseum.at