Freitag


01.10


16:00

Stadterkundungen

Von Jacob Bock und Angelo Soliman zu Miriam Makeba. Vom Erinnern an Gewalt und Unterdrückung im öffentlichen Raum



Anmeldung unbedingt erforderlich, Teilnahme gratis

Nichts erinnert an Jacob Bock. Er wurde als Kind aus Zentralafrika entführt, kam nach Wien und wurde als vermeintlicher Anführer einer Revolte am Hohen Markt hingerichtet. Aus Film und Theater bekannt ist Angelo Soliman. Sein Wohn- und Sterbeort befinden sich in einer Stadt, in der die Apotheke zum M* oder Julius Meinl noch deutliche Spuren rassistischer Projektionen tragen. Der Sängerin und Aktivistin Miriam Makeba wurde eine Gasse in Stadlau gewidmet. Ein westliches Statement gegen die Apartheid.
Ein Stadtspaziergang um sichtbare Symbole und ungeschriebene Gegengeschichten, um individuelles Erinnern und persönliche Vorbilder und – vor allem – um gemeinsam entwickelte neue Perspektiven.

Treffpunkt: Römermuseum, 1010 Wien, Hoher Markt 3
Dauer: 2,5 Stunden
Beschränkte Teilnehmer*innenanzahl, Anmeldung voraussichtlich ab September 2021, online möglich, Teilnahme gratis

DDr. Amadou-Lamine Sarr, geboren in Senegal, Studium in Wien, wo er in Politikwissenschaften und Geschichte promovierte. Derzeit Lehrbeauftragter am Institut für Geschichte und am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte: Globalgeschichte, Nationalismus (insbesondere afrikanische Nationalismen), Emanzipationstheorien, Islam in/und Afrika, Fundamentalismus, Kolonialismus, Dekolonisierung, Rassismus.

Mag.a Esther Surányi, geboren in Wien, studierte Bildhauerei an der Universität für Angewandte Kunst. Seit 2004 arbeitet sie als Kunst- und Architekturvermittlerin, u.a. für die Kunsthalle Wien, Architekturzentrum Wien, mumok und Wien Museum, sowie in freien Vermittlungsprojekten u.a. für KÖR, Tricky Women und das Sound-Frame-Festival. Nach einer Ausbildung zum Austria Guide und zur Yoga-Lehrerin liegt ihr derzeitiger Schwerpunkt im Format Be-Sitz: Raum nehmen, der Aneignung des Stadtraumes durch körperliche Erfahrung.

Isabel Termini hat in Wien und Graz Kunstgeschichte studiert und konzentriert sich im Rahmen ihrer Vermittlungsarbeit im Wien Museum auf transdisziplinäre Wissensproduktion mit Akteur*innen aus verschiedenen Wissens- und Erfahrungsfeldern. Fokus auf prozessorientiertes  Arbeiten, kollaboratives Lernen und interkulturelle und intergenerationale Praxen mit partizipatorischem Ansatz.  Konzeption von pädagogischen Spielangeboten für Kinder und von lebensgeschichtlich orientierten Formaten für SeniorInnen.

FACING HISTORY

In FACING HISTORY, einer Serie von Stadterkundungen des Wien Museums von Frühling bis Herbst 2021, geht es um Erinnerung. Welche Menschen und Geschichten sind im öffentlichen Gedächtnis der Stadt sichtbar und in welcher Form – Denkmäler, Straßennamen, Gedenktafeln? Genauso wichtig: welche Biografien und Erfahrungen bleiben unsichtbar? Und warum?
Diesen Fragen geht FACING HISTORY mit Expert*innen nach. Vorbei an Mahnmalen der Ausgrenzung, Gewalt und Unterdrückung, hin zu Orten des Widerstands und des Empowerments, mit kritischem Blick auf „große“ Männer und Ereignisse, auf den Spuren des interkulturellen, Schwarzen, queeren, feministischen, vielfältigen Wien.

Dank der großzügigen Unterstützung des Vereins der Freunde des Wien Museums sind alle Stadterkundungen kostenlos. Teilnahme nur mit Voranmeldung


Guide: Amadou-Lamine Sarr, Esther Surányi und Isabel Termini