Donnerstag


21.10


18:30

Buchpräsentation, Lesung

Ferdinand Opll und Martin Scheutz
Die Osmanen vor Wien.
Die Meldeman-Rundansicht von 1529/30: Sensation, Propaganda und Stadtbild



Eintritt frei, Anmeldung unbedingt erforderlich

Am 14. Oktober 1529 zogen die Osmanen nach der erfolglosen Belagerung der Stadt Wien ab. Rund zweihundert Tage später, Ende April 1530, erschien in Nürnberg, von Niclas Meldeman gefertigt, eine aus sechs Holzschnitten bestehende Rundansicht der Belagerung, welche die Geschehnisse in etlichen Bildszenen simultan darstellt. Das großartige Bilddokument bediente im Sinne von politischer Propaganda die Sensationslust, zeitgenössisch: „Türkenfurcht“; zugleich implizierte es aber auch einen Appell an das geeinte christliche Abendland. Das Druckwerk war darüber hinaus ein kommerzielles Produkt, das den Gesetzen des Marktes (Verkaufsbedingungen, Preis, inhaltliche Aufbereitung des Geschehens) gehorchen musste, wenn der Verleger Gewinne erzielen wollte. Von dieser Rundansicht der Belagerung hat sich im Wien Museum das einzige kolorierte Exemplar erhalten.

Im Frühjahr 2019 fand im damals für den Umbau fast schon leer geräumten Wien Museum wie auch im Vortragssaal des Wiener Stadt- und Landesarchivs die internationale Tagung „Die Osmanen vor Wien. Die Meldeman-Rundansicht von 1529/30: Sensation, Propaganda und Stadtbild“ statt. Deren Ergebnisse – nicht zuletzt die Nachweise einer bislang wenig bekannten Schwarz-Weiß-Version in der Bibliothèque nationale de France in Paris, mehrerer bislang unbekannter, leider verlorener Exemplare wie auch von zumindest zwei Auflagen – liegen in dem 2020 veröffentlichten Tagungsband vor, der aufgrund der Pandemie erst um ein Jahr verspätet präsentiert wird.

Die Herausgeber Ferdinand Opll und Martin Scheutz stellen den Tagungsband in einem Gespräch mit Wien-Museum-Direktor Matti Bunzl vor.

In Kooperation mit dem Böhlau Verlag und dem Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Universität Wien.

Ferdinand Opll, ao. Univ.-Prof. Dr.: geb. 1950, 1969–1974 Studium Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte Universität Wien, 1971–1974 Ausbildungskurs am Institut für Österreichische Geschichtsforschung, 1985 Venia legendi (Habilitation) für mittelalterliche Geschichte und historische Hilfswissenschaften am Institut für Geschichte der Universität Wien; 1975–1977 Projektleiter der Neubearbeitung der Regesta Imperii für die Zeit Friedrich Barbarossas (Abschluss dieses Projekts 2018), 1977–2010 Archivar am Wiener Stadt- und Landesarchiv, 1989–2010 als dessen Leiter, 1978–2010 Mitarbeiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Stadtgeschichtsforschung (Leiter: 2002–2009). 

Zahlreiche selbstständige Publikationen (mittelalterliche Geschichte, vergleichende Städtegeschichte, Wiener Stadtgeschichte, Kartografie- und Kulturgeschichte), darunter: Friedrich Barbarossas (Darmstadt 1990; 4. Aufl. 2009); Österreichischer Städteatlas Lieferung 1–11 (Wien 1982–2013) (redaktioneller Leiter und Mitherausgeber sowie Verfasser einer Reihe von Städtemappen); Leben im mittelalterlichen Wien (Wien u. a. 1998); (Hg., gemeinsam mit Peter Csendes), Wien. Geschichte einer Stadt, Bd. 1–3 (Wien u. a. 2001–2006); (gemeinsam mit Martin Scheutz), Der Schlierbach-Plan des Job Hartmann von Enenkel. Ein Plan der Stadt Wien aus dem frühen 17. Jahrhundert (Wien 2014); (gemeinsam mit Heike Krause und Christoph Sonnlechner), Wien als Festungsstadt im 16. Jahrhundert (Wien 2017); (gemeinsam mit Martin Scheutz), Die Transformation des Wiener Stadtbildes um 1700 (Wien 2018); (gemeinsam mit Peter Csendes), Wien im Mittelalter. Zeitzeugnisse und Analysen (Wien 2021).

Beschränkte Teilnehmer*innenanzahl, Teilnahme gratis

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