Wo die Wuchtel fliegt
Legendäre Orte des Wiener Fußballs

24. April 2008 bis 3. August 2008

Wien Museum Karlsplatz
1040 Wien, Karlsplatz 8
T: +43 (0)1 505 87 47

Wo flog die Wuchtel?

Ursprünglich überall dort, wo es genügend Platz gab und keine Verbote. Zum Beispiel auf der grünen Wiese im Prater oder in Heiligenstadt, wo die Wiener von den Engländern das Kicken lernten. Platz gab es auch auf den "Gstätten" in der Vorstadt zwischen Fabriken und Arbeitersiedlungen: auf der "Kretainsel" in Favoriten, an der Donau in Floridsdorf oder auf der "Simmeringer Had".

Die Orte des Wiener Fussballs erzählen auch von den politischen Aspekten des Sports, von Konfrontationen über Vereinnahmungen bis zu Ausgrenzungen. In den 1920er-Jahren hieß das Match Arbeiterfußball gegen bürgerliche Vereine, "arische" gegen jüdische Klubs. 1931 wurde das Praterstadion anlässlich der Ersten Arbeiterolympiade eröffnet, 1939 verwendeten es die Nationalsozialisten als Lager für Juden.

Neben den "echten" Wiener Orten spielt auch ein "exterritorialer" Ort in der Ausstellung eine bedeutende Rolle: das Londoner Chelsea-Stadion Stamford Bridge. An diesem berühmten Fußballort verlor das Wunderteam 1933 in einem sagenumwobenen Spiel gegen England 3:4 und beendete damit die Serie von 14 Spielen ohne Niederlage. 

Rückblickend festgehalten wurde das Ereignis 1948 von Paul Meissner: Dessen Porträt des Wunderteams, das sich im Bestand des Wien Museums befindet, spielt in der Ausstellung eine wichtige Rolle und ist als berühmtestes Bild der österreichischen Fußballgeschichte längst zur Ikone geworden.

Weiters zu sehen sind neben vielen bisher unveröffentlichten Fotos und Dokumenten zahlreiche Erinnerungsstücke von Plätzen, Vereinen, Spielern und Enthusiasten. Die Schiedsrichterpfeife von Hugo Meisl, Teamchef des Wunderteams der 1930er-Jahre, der "Goldpokal", der dem langjährigen Austria-Präsidenten Emanuel Michael Schwarz von den Nazis geraubt wurde, die Mitropacup-Medaillen von Matthias Sindelar, das Modell des Praterstadions, das Kassaschild der legendären Pfarrwiese oder der wohl älteste in Wien erhaltene Tischfußballtisch, ein Wuzzler aus den 1930er-Jahren. Auch die alte Matchuhr des F.A.C, die davor im Praterstadion stand, übersiedelt für die Ausstellung ins Wien Museum. 
 

Wo die Wuchtel fliegt
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