Großer Bahnhof
Wien und die weite Welt

28. September 2006 bis 25. Februar 2007

Wien Museum Karlsplatz
1040 Wien, Karlsplatz 8
T: +43 1 505 87 47

Mythische Orte der Ankunft und der Abfahrt

Kathedralen des Fortschritts, Tore zur Stadt und zur Welt, Orte der Ankunft und der Abfahrt: 
Wie in allen Großstädten hatten und haben auch in Wien die großen Bahnhöfe prägende Bedeutung für die Stadt und deren Bewohner. Im späten 19. Jahrhundert wurden die Großbahnhöfe zu monumentalen Zeichen großstädtischer Dynamik, doch keiner der imposanten Gründerzeit-Bauten hat in Wien überlebt. Heutzutage kaum bewusst ist, dass Wien einst sechs Fernbahnhöfe hatte: Nordbahnhof, Südbahnhof, Ostbahnhof, Westbahnhof, Nordwestbahnhof und Kaiser-Franz-Josef-Bahnhof. Allesamt waren Kopfbahnhöfe, was die Bedeutung und das Selbstverständnis der Hauptstadt als Zentrum der Monarchie und Mitteleuropas unterstreicht.

Die Ausstellung "Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt" zeichnet die Geschichte von Wiens großen Bahnhöfen nach – von den ersten schlichten "Aufnahmegebäuden" über moderat moderne Bauten der Nachkriegszeit bis zum künftigen "Hauptbahnhof Wien", der eine epochale Veränderung des urbanen Lebens mit sich bringen wird. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Großbahnhöfen des 19. Jahrhunderts. Neben der Architektur geht es auch um die Stadtentwicklung. Die Bahnhöfe waren entscheidende Impulsgeber der Modernisierung Wiens.

Die Fernbahnhöfe standen stets auch für zeittypische Reise- und Ausflugziele. Via Nordbahnhof gelangte man nach Böhmen auf Kur, die Südbahn führte den Ausflügler an den Semmering und den mondänen Urlauber an die Riviera. Mit der Weststrecke verband man die Sommerfrische im Salzkammergut. Ferne Städte wurden zu Nachbarn, die Bahnhöfe beschleunigten das Leben und veränderten den Rhythmus des städtischen Lebens. Und es entstanden "mental maps", die sich im Lauf der Zeit stark verändern konnten, so zum Beispiel nach 1945, als Österreich vom Osten plötzlich abgeschnitten war.
 

Sommerfrischler, Pendler, Migranten

Im Zentrum der Ausstellung steht das Leben am Bahnhof: Ob Reisende mit nahen oder fernen Zielen, Pendler auf dem Weg zur Arbeit oder Migranten bei ihrer Ankunft – es geht um Menschen mit ihren Emotionen, um Hoffnungen und Fernweh, um sozialen Status und Rituale.

Auch politische und gesellschaftliche Ereignisse, wie etwa die umjubelten Empfänge Charlie Chaplins oder Toni Sailers, sind zu sehen.

Schließlich macht die Ausstellung auch einen Blick hinter die Kulissen des Bahnhofsbetriebes mit seinen spezifischen Berufsgruppen, Reglements und Konsumangeboten.

Mit der Gestaltung der Ausstellung und der Vielfalt der Exponate sollen auch Kinder angesprochen werden. Für sie gibt es einen speziellen Parcours mit Leitobjekten, die mit Hilfe eines "Kinderbeirats" von 4- bis 11jährigen ausgewählt wurden und in einer eigenen Kinderbroschüre dargestellt werden.

Auf die Kinder warten ÖBB-Kappen, entlang des Ausstellungsrundgangs gibt es auch Spielstationen: Anker-Steinbaukasten, Fahrkartendrucken, Modellbahnen.

Die Ausstellung "Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt" entstand in Kooperation mit dem Technischen Museum Wien, das noch bis 28. Februar 2007 die Ausstellung "Spurwechsel. Wien lernt Auto fahren" präsentiert.

Beide Ausstellungen decken zusammen wesentliche Aspekte der Verkehrsgeschichte Wiens ab. Hauptsponsor der Ausstellung im Wien Museum Karlsplatz sind die ÖBB.

Großer Bahnhof
Wien und die weite Welt - Informationen

Hauptsponsor des Wien Museums

Wiener Stadtwerke
www.wienerstadtwerke.at