Gemma, Gemma
Das Wien Museum im Aufbruch

8. November 2018 bis 3. Februar 2019

1040 Wien, Karlsplatz 8
T: +43 (0)1 505 87 47
F: +43 (0)1 505 87 47 7201

Das Wien Museum am Karlsplatz wird in den kommenden Jahren saniert und erweitert. Das 1959 eröffnete, von Oswald Haerdtl geplante Gebäude wird zu einem zukunftsweisenden Stadtmuseum ausgebaut – mit mehr Platz für Ausstellungen, adäquaten Flächen für Vermittlung und Schulklassen, funktionalen Räumen für Veranstaltungen und ansprechender Kulinarik. Ein Zentrum der Stadt und ein attraktives Angebot für unterschiedlichste Zielgruppen.

Bevor das Museum aufgrund des geplanten Umbaus geschlossen wird, möchte die Ausstellung „Gemma, Gemma“ in Anspielung auf die Geschichte der „Arche Noah“ nochmals einen konzentrierten Einblick in die Vielfalt unseres Programms geben und vor allem Interesse wecken für das, was kommt!

Dafür werden fünf Präsentationen im ersten Stock für das Wien Museum zentrale Themen wie Geschichte, Diskurs, Teilhabe, Verantwortung, Museum als Ort der Erinnerungskultur und Architektur aufgreifen.


1.
Das Wien Museum Neu stellt sich vor

Mit dem zentralen kulturpolitischen Projekt Wien Museum Neu der Wiener Stadt-regierung soll Wien ein Stadtmuseum erhalten, das dem Anspruch einer Metropole gerecht wird und den hochkarätigen städtischen Sammlungen jenen Präsentationsraum bietet, den sie verdienen. Damit untrennbar verbunden ist eine enorme städtebauliche Aufwertung auf der östlichen Seite des Karlsplatzes im Sinne eines „Urban Renewal“. Nicht nur ein größeres, zeitgemäßes Museum ist das Ziel, sondern ein lebenswerter öffentlicher Raum für alle – direkt am Puls der Stadt.

Im ersten Raum der Ausstellung stellt sich das Wien Museum Neu vor. Neben einem Blick in die Geschichte des Hauses, Renderings und Modellen des neuen Museums am Karlsplatz  ist auch ein von Stefanie Hilgarth und Wolfgang Haas von CastYourArt gestaltetes Video zum Erweiterungsprojekt zu sehen. Matti Bunzl, Direktor des Wien Museums, wird jeden Freitag von 15-17 Uhr vor Ort sein und in einer „öffentlichen Sprechstunde“ Wünsche und Anregungen von BesucherInnen für Wien Museum Neu entgegennehmen.


2.
Paarweise – Oskar Laskes Arche Noah-Fries

In Anspielung auf Wien Museum Neu werden im nächsten Raum der Ausstellung „Gemma, Gemma“ Teile von Oskar Laskes Wandfries Die Arche Noah zu sehen sein, kuratiert von Ursula Storch. Der Fries, den Laske 1918 für das Kriegswaisenheim in Rodaun anfertigte, stellt den paarweisen Einzug der Tiere in die Arche Noah, bzw. deren Auszug aus derselben nach dem Ende der Sintflut dar.

Ursprünglich erstreckte sich der Tierfries mit einer Gesamtlänge von mehr als 80 Metern in Form verschieden breiter Einzelbilder über vier Räume des Rodauner Kinderheims (heutige Adresse: 1230 Wien, Elisenstraße 45). 1943 wurde er dort wegen Umbauarbeiten abgenommen und dem Historischen Museum der Stadt Wien samt Laskes originalen Hängeplänen übergeben.

Nach 75 Jahren wird nun erstmals eine größere Auswahl dieser Tiergemälde gezeigt. Einige davon wurden bereits in den vergangenen Jahren restauriert und so für die Zukunft gesichert, andere werden jetzt in der Ausstellung von erfahrenen Restauratorinnen – in Form von Schaurestaurierungen für BesucherInnen – einer Reinigung und Festigung unterzogen.


3.
Drei Bauten von Karl Schwanzer, fotografiert von Sigrid Neubert

Mit der Übernahme des Karl Schwanzer-Archivs im Mai 2018 konnte das Wien Museum seine Sammlung um einen der bedeutendsten und wertvollsten Architekten-Nachlässe des 20. Jahrhunderts in Österreich erweitern. Das tausende Zeichnungen, Pläne und Fotografien, Filme, Bücher und Modelle sowie Möbelstücke umfassende Archiv ist ein Spiegel der Architektur- und Zeitgeschichte nach 1945 und wird in den kommenden Jahren vom Wien Museum wissenschaftlich erschlossen und öffentlich zugänglich gemacht.

Sigrid Neubert, eine der wichtigsten Architekturfotografinnen Deutschlands, hat mehrere Bauten Schwanzers dokumentiert. Für diese Präsentation wurden drei seiner Hauptwerke ausgewählt, die zugleich unterschiedliche Phasen und Tätigkeitsbereiche im Werk des Architekten zeigen: das eigene Wohnhaus in Wien, die BMW-Bauten in München und die Österreichische Botschaft in Brasilia. Sie geben zugleich eine Vorschau auf die große Karl-Schwanzer-Ausstellung, die im neuen Wien Museum zu sehen sein wird.


4.
Verein der Freunde des Wien Museums, Ankäufe von 1987 bis 2018

Der 1987 gegründete Verein der Freunde des Wien Museums unterstützt das Museum dabei, Wiens Geschichte lebendig zu halten und das reiche kulturelle Erbe der Stadt für zukünftige Generationen zu erhalten. Bei der zentralen Museumsaufgabe des Sammelns spielt die Unterstützung des Freundesvereins eine wichtige Rolle. Denn auch bei sinkenden Ankaufsbudgets bleibt der Anspruch des Universalmuseums unverändert, Zeugnisse der Geschichte zu erwerben.

Den spannenden Diskurs zum Sammlungsausbau des Museums begleitet der Freundesverein seit seiner Gründung vor 30 Jahren. Die hier präsentierte und von Eva-Maria Orosz kuratierte Präsentation zeigt eine Auswahl der zahlreichen Ankäufe, die durch den Verein erfolgten oder mit seinem finanziellen Zuschuss ermöglicht wurden. Die große Vielfalt der Sammlungen des Wien Museums spiegeln sich in diesen Erwerbungen wider: Von Gemälden über wertvolle Kupferstiche bis hin zu Pressefotografien, Uhren oder Modeartikel.


5.
Eine Republiksgeschichte in zehn Objekten

Kuratiert von Gerhard Milchram und Matti Bunzl, werden im fünften Raum der Ausstellung 100 Jahre Republiksgeschichte in zehn Jahrzehnte eingeteilt (1918-28, 1928-38, etc.), indem für jedes dieser Jahrzehnte ein jeweils charakteristisches Objekt aus der Sammlung des Wien Museums präsentiert wird.

Diese Objekte bilden auch den Ausgangspunkt für 100 Jahre Republik Österreich:
10 Jahrzehnte in 10 Stunden – eine Gesprächsreihe, zu der Wien Museum Direktor Matti Bunzl im Rahmen des 3. Vienna Humanities Festivals (27.- 30. September 2018) Österreichs führende ZeithistorikerInnen einlädt, die Republiksgeschichte Jahrzehnt für Jahrzehnt Revue zu passieren. Aufzeichnungen der dadurch entstehenden zehn Diskussionen werden in Folge während der Ausstellung „Gemma, Gemma“ auf Bildschirmen in diesem Raum zu sehen sein.


Kuratoren:
Matti Bunzl, Leonie Manhardt-Zech, Gerhard Milchram, Andreas Nierhaus, Eva-Maira Orosz, Florian Pollack, Ursula Storch

Ausstellungsarchitektur:
Checo Sterneck

Grafik:
Perndl+Co
 

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Hauptsponsor des Wien Museums

 Wiener Stadtwerke www.wienerstadtwerke.at