Neidhart Fresken

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Ein Tanzsaal aus dem Mittelalter

Die Neidhart Fresken entstanden um 1407 und stellen ein für Wien einzigartiges Kunstwerk dar. Sie schmückten einst den privaten Tanzsaal des reichen Tuchhändlers Michel Menschein und wurden 1979 im Zuge eines Wohnungsumbaus entdeckt und freigelegt. Erst kürzlich erfolgte eine umfassende Restaurierung.

Die dargestellten Szenen basieren auf Liedern des Minnesängers Neidhart von Reuenthal (um 1180–1240). Neidharts Geschichten wurden jahrhundertelang „weitererzählt“: Die Fresken in der Beletage des Wiener Bürgerhauses sind ein farbenprächtiges Zeugnis für diese lebendige Überlieferung

Szenen aus vier Jahreszeiten

Der Auftraggeber Michel Menschein wollte mit der Ausgestaltung seines Tanzsaales offenbar die Natur in die eigenen vier Wände holen. Dargestellt werden verschiedene Vergnügungen und Spiele im Jahreskreis, wobei die groben Lustbarkeiten der Bauern jenen der adeligen höfischen Jugend gegenübergestellt werden

Zu sehen sind außerdem ein Liebespaar, der Spiegelraub – als Symbol für den Verlust der mädchenhaften Unschuld –, eine Schneeballschlacht mit Rauferei, eine Schlittenfahrt, eine Herbstlandschaft, ein Festmahl, ein Reigen und als bekanntestes Motiv der Veilchenschwank, der als Sage bis in die Gegenwart überliefert wird.

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