ANSICHTSKARTEN

Die topografische Ansichtskarte ist ein zunehmend gefragter Objekttyp sowohl für Illustrations- wie für Forschungszwecke. Sie gibt seit mehr als hundert Jahren vor allem den populären Zeitgeschmack der Stadtdarstellung wieder, verfügt aber auch über einen nicht zu unterschätzenden dokumentarischen Wert. 

Das Wien Museum besitzt rund 8.000 Wiener Ansichtskarten aus der Zeit von 1900 bis zur Gegenwart, wobei der Schwerpunkt der Sammlung auf der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg liegt. Aktuell werden verstärkt Ansichtskarten mit Motiven aus den äußeren Bezirken Wiens gesammelt, aber auch Ansichtskarten aus der Zeit nach 1945, die als „billige Offsetdrucke“ lange Zeit vernachlässigt wurden. Daneben werden auch Sonderbestände aufgebaut, die den medien- und kulturgeschichtlichen Hintergrund der Ansichtskarte besser erschließen. Dazu gehören etwa Sammelalben oder Verlagskonvolute. 

Ein Beispiel für einen solchen Bestand ist die geschlossene und rund 3.500 Exemplare umfassende Postkartensammlung von Else Erxleben. Auf ihren quer durch das Europa der Jahrhundertwende um 1900 führenden Reisen hat die Wienerin Karten von überall her gesammelt, in Alben eingeordnet und mit einem eigenen Kommentarheft versehen.