MIGRATION SAMMELN

Das Projekt wurde gemeinsam von Stadt Wien und Wien Museum ins Leben gerufen. Bis Mitte 2016 soll eine Sammlung von museumsrelevanten Objekten aus der Zeit seit der Anwerbung von „GastarbeiterInnen“ in den 1960er Jahren entstehen. Ziel ist es, ein bedeutendes Kapitel der jüngeren Geschichte der Stadt aufzuarbeiten und die Lebenszeugnisse einer ganzen Generation von Wienerinnen und Wienern zu sichern. „Wien ist eine Stadt der Vielfalt. Mit „Migration sammeln“ tragen wir dem ein weiteres Mal Rechnung und wollen den Beitrag von Migration zum Erfolg Wiens veranschaulichen“, so Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger.

Die Organisation der Sammlung wurde von der Wiener Integrations- und Diversitätsabteilung (MA 17) in Zusammenarbeit mit dem Wien Museum übernommen. „Die Geschichte der Stadt und ihrer Kulturen wird im Wien Museum nicht als homogenisierter Prozess gesehen. Alltagskultur und ´Geschichte von unten`, stellen seit mehr als zehn Jahren einen Schwerpunkt des Museums dar“ erklärt Wolfgang Kos, Direktor des Wien Museums. Die unterschiedlichsten Aspekte von Migration spielen immer wieder eine Rolle in den Ausstellungen des Museums. Auch beim Sammeln konzentriert sich das Museum verstärkt auf Objekte zu und von Teilen der Bevölkerung, die oft noch immer unterrepräsentiert sind. „Insofern freut es uns sehr, dass mit dem Projekt ´Migration sammeln` eine Vertiefung dieser Sammlungstätigkeit ermöglicht wird, welche die Vielfalt der Stadt Wien widerspiegelt“, so Wolfgang Kos weiter.

Für das Konzept und die Durchführung des Projekts wurde mit Arif Akkılıç, Vida Bakondy, Ljubomir Bratić und Regina Wonisch ein qualifiziertes Team mit vielfältiger Erfahrung beauftragt. Gesammelt werden Gegenstände und Fotos, die die Migrationsgeschichte widerspiegeln und den Einfluss dieser auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung der Stadt Wien repräsentieren. Die Stadt ist dabei auf Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Personen und Vereinen sowie sonstigen Strukturen der Zivilgesellschaft angewiesen: „Um die gemeinsame Geschichte der Wienerinnen und Wiener zu vervollständigen, ist die intensive Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Communities und Vereinen im Sammelprozess unerlässlich“, erklärt Vida Bakondy, Projektleiterin von „Migration sammeln“.

Kontakt:
T: +43 (0)680 246 88 04
E: wienmuseum(at)migrationsammeln.at
W: www.migrationsammeln.info

TEAM

Projektleitung:
Vida Bakondy, Historikerin, Mitglied des Ausstellungsteams „Gastarbajteri. 40 Jahre Arbeitsmigration“ der Initiative Minderheiten im Wien Museum 2004. 2008-2010 Projektkoordination und Rechercheleitung im transnationalen Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Viel Glück! Migration heute – Wien, Belgrad, Zagreb, Istanbul“ der Initiative Minderheiten. Mitglied im Arbeitskreis Archiv der Migration.

Arif Akkılıç, langjährige Beschäftigung als Berater und Jugendbetreuer im Migrationsbereich, Mitglied des Ausstellungsteams „Gastarbajteri. 40 Jahre Arbeitsmigration der Initiative Minderheiten im Wien Museum 2004. Gem. mit Ljubomir Bratić, Organisator der Kampagne „Für ein Archiv der Migration, jetzt! im Rahmen der Wienwoche 2012. Initiator und Mitglied im Arbeitskreis Archiv der Migration.

Ljubomir Bratić
, Philosoph, Sozialarbeiter und Migrationsforscher. Seit 1995 Mitarbeiter in Integrationshaus Wien. Mitglied des Ausstellungsteams „Gastarbajteri. 40 Jahre Arbeitsmigration der Initiative Minderheiten im Wien Museum 2004. Gem. mit Arif Akkılıç, Organisator der Kampagne „Für ein Archiv der Migration, jetzt! im Rahmen der Wienwoche 2012. Initiator und Mitglied im Arbeitskreis Archiv der Migration.

Regina Wonisch, Historikerin, Leiterin des Forschungszentrums für historische Minderheiten in Wien, Mitarbeiterin des Arbeitsbereichs Museologie am Institut für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung an der Universität Klagenfurt

Wissenschaftliche Beratung:
Dirk Rupnow, Universitätsprofessor für Zeitgeschichte und Leiter des Instituts für Zeitgeschichte an der Universität Innsbruck. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der europäischen Zeitgeschichte unter besonderer Berücksichtigung von Holocaust und Jüdischen Studien, Migrations- und Wissenschaftsgeschichte, Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik.