SKULPTUR

Die Plastiken- und Skulpturensammlung des Wien Museums umfasst rund 2.700 Objekte der Bildhauerkunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Porträtbüsten, ganzfigurige Porträtdarstellungen und Denkmalmodelle machen mehr als die Hälfte des Bestands aus, der damit auch in einem engen thematischen Zusammenhang zu den biografischen Sammlungen des Museums steht. 

Zu den ältesten Kunstobjekten im Wien Museum gehören zahlreiche Originalplastiken des Doms zu St. Stephan aus dem 14. Jahrhundert, die auf Schenkungen des Fürsterzbischöflichen Ordinariats zurückgehen. Herausragend sind hier vor allem die Fürstenfiguren von der Westfassade (um 1360) und die Epiphaniegruppe vom Nordturm von St. Stephan (um 1380/90).

Der Kernbestand der Plastiken- und Skulpturensammlung stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Keines der großen Kultur- und Repräsentationsgebäude der Wiener Ringstraße verzichtete auf ein umfassendes Skulpturenprogramm – so auch nicht das neue Rathaus, das zu einem Statussymbol der kommunalen Baupolitik werden sollte. Bedeutende Bildhauer wie Johannes Benk, Josef Gasser, Karl Kundmann und Viktor Tilgner wurden mit den bauplastischen Arbeiten beauftragt. Die Modelle ihrer Skulpturen befinden sich in der Sammlung des Wien Museums. 

Im Bereich der Wiener Plastik des 20. Jahrhunderts ragen vor allem die Werke von Anton Hanak und seinem berühmtesten Schüler, Fritz Wotruba, heraus. Von diesem Wegbereiter der modernen Skulptur in Österreich besitzt das Wien Museum zwei figurale Arbeiten und eine Porträtbüste Robert Musils. 

Für einen erweiterten Skulpturenbegriff in der zeitgenössischen Kunst steht der 2004 erworbene Werkkomplex „Ein weiterer Versuch über einen Raum für ‚Western’“ von Hans Schabus, der u.a. aus dem Segelboot „forlorn“ und dem Film „Western“ besteht.