MALEREI UND GRAFIK

Das Wien Museum besitzt eine bedeutende Gemälde- und Grafiksammlung mit rund 130.000 Objekten. Ihr zeitliches Spektrum reicht von Fresken aus dem 14. Jahrhundert bis hin zu zeitgenössischen Arbeiten, wobei der Schwerpunkt auf Werken aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert liegt. Besonders reiche Bestände verzeichnet die Sammlung für die Kunst des Biedermeier, des Historismus, der Zeit um 1900 und des Frühexpressionismus. 

Die Tafelmalerei des Mittelalters ist u.a. mit einem Altartafelensemble des Meisters des Wiener Neustädter Altars vertreten, die europäische Renaissancemalerei mit Lucas van Valkenborchs „Kaiserlichem Waldspaziergang vor dem Schloss Neugebäude" (um 1590/93). Im Bereich des österreichischen Barock und Klassizismus beinhaltet die Sammlung exemplarische Werke von zentralen Künstlern wie Paul Troger, Johann Michael Rottmayr oder Heinrich Friedrich Füger. 

Mit Hauptwerken von Ferdinand Georg Waldmüller, Peter Fendi und Friedrich von Amerling besitzt das Wien Museum eine der wichtigsten Sammlungen Wiener Biedermeiermalerei. Im Bereich der Grafik ragen vor allem die rund 170 Aquarelle und Zeichnungen Rudolf von Alts heraus. Die Malerei des Historismus ist unter anderem mit hochrangigen Werken von Hans Makart vertreten; Arbeiten von Emil Jakob Schindler und Tina Blau repräsentieren die Landschaftsdarstellung des österreichischen Stimmungsrealismus im ausgehenden 19. Jahrhundert. 

Die Kunst der Jahrhundertwende („Wien um 1900"), die nicht zuletzt durch die 1985 vom Wien Museum veranstaltete Ausstellung „Traum und Wirklichkeit“ international neu entdeckt wurde, bildet einen weiteren Schwerpunkt der Sammlung. Gustav Klimts Porträt von Emilie Flöge (1902) sowie 400 seiner Handzeichnungen gehören hier zu den Highlights, ebenso auch bedeutende Werke von Egon Schiele – darunter die 2007 erworbene „Junge Mutter“ (1914)–, Carl Moll, Richard Gerstl und Max Kurzweil. Im Bereich der künstlerischen Druckgrafik gibt es einen hervorragenden Bestand von Postkarten der Wiener Werkstätte und Plakaten der Secession. 

Zu den bedeutendsten Werken aus der Zwischenkriegszeit gehören Oskar Kokoschkas „Wien vom Wilhelminenberg" (1931) und Herbert Boeckls „Anatomie" (1931). Ein Highlight aus dem Bereich der Kunst nach 1945 ist Rudolf Hausners „Arche des Odysseus" (1948-1956) – ein Hauptwerk der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Xenia Hausners Porträt von Elfriede Jelinek („Oh Wildnis", 1999) und Gerwals Rockenschaubs Siebdruck auf Aluminium, der den Stephansdom zeigt (1999) sind Beispiele für Ankäufe der letzten Jahre.

Die Malerei- und Grafiksammlung des Wien Museums beherbergt auch große Bestände weniger bekannter Wiener Künstlerinnen und Künstler und bietet so einen breiten Überblick über die Bildkultur seit dem 14. Jahrhundert. Die Sammlung wird laufend erweitert und mit Positionen der Gegenwartskunst ergänzt.

Kontakt:

MAG. ELKE DOPPLER (14. – 19. Jahrhundert)
T: +43 (0)1 505 87 47 84040
F: +43 (0)1 505 87 47 7201
E: elke.doppler(at)wienmuseum.at

DR. URSULA STORCH (1900 – 1960)
T: +43 (0)1 505 87 47 84031
F: +43 (0)1 505 87 47 7201
E: ursula.storch(at)wienmuseum.at

DR. BERTHOLD ECKER (1960 bis Gegenwart)
T: +43 (0)1 505 87 47 84056
F: +43 (0)1 505 87 47 7201
E: berthold.ecker(at)wienmuseum.at