Fotografie und Neue Medien

Elfriede Mejchar, Wienerberger Ziegelöfen, 1979-81, c-print
Margherita Spiluttini, Kammer der gewerblichen Wirtschaft, 1994 (aus dem Zyklus „Die Form der Zeit“), Silbergelatine auf Barytpapier (Abzug 2008)

Fotografie wurde im Wien Museum lange Zeit vor allem nach topografischen Kriterien gesammelt. So dokumentieren rund 100.000 Fotografien aus unterschiedlichen Perspektiven das Stadtbild Wiens und dessen kontinuierliche Veränderung. Seit einigen Jahren findet die Fotografie im Wien Museum aber auch verstärkt als künstlerisches Medium Beachtung. Der Fokus der Sammlung liegt dabei auf der Zeit von den frühen 1960er-Jahren bis zur Gegenwart; vor allem aktuelle Positionen sollen in Zukunft fortlaufend gesammelt werden.

Einen zentralen Sammlungsbestand bilden die Fotoaktionen der Wiener Aktionisten. Sie gelten als bedeutendes historisches Beispiel für die Verwendung der Fotografie im intermedialen Bereich. Das Wien Museum verfügt hier u.a. über Arbeiten von Rudolf Schwarzkogler, der sich intensiv mit den Methoden der inszenierten Fotografie und den abstrakten Qualitäten des Mediums auseinandergesetzt hat. Heinz Cibulka, der selbst bei vielen Aktionen mitgewirkt hat, ist mit seiner ersten selbstständigen Fotoserie „Stammersdorf“ im Wien Museum vertreten.

In den 1970er-Jahren führten zahlreiche fotografische Recherchen in bislang wenig beachtete Bereiche der urbanen Landschaft. Elfriede Mejchar, die über mehrere Jahre systematisch die Wiener Peripherie erkundete, ist im Wien Museum ebenso mit zahlreichen Fotografien vertreten wie Leo Kandl, der „sein“ Wien in den alten Weinhäusern und Bahnhofsbeisln fand. 

Die zeitgenössische Fotografie präsentiert sich vielfältig und wandelbar – von konzeptuell bis narrativ, vom Einzelporträt bis zur Bild-Geschichte, vom Mappenwerk bis zum Künstlerbuch. Davon zeugen in der Sammlung des Wien Museums unter anderem Beispiele von AES+F, Carola Dertnig, Peter Dressler, Candida Höfer, P. A. Leitner, Maria Theresia Litschauer, Margherita Spiluttini und Gregor Zivic. 

Zunehmend kommen auch Videoarbeiten in die Sammlung, darunter etwa Werke von Leopold Kessler („Reparatur“, „Freisprechanlage“) und Hans Schabus.