THEATERLEBEN

Die Theatersammlung bildet mit zahlreichen Rollenbildern, Figurinen, Szenenbildern, Theaterkostümen, (fotografischen) Porträts sowie Entwürfen für Bühnendekorationen, Kostüme und Theatervorhänge einen der umfangreichsten Bestände des Wien Museums. Sie vermittelt einen lebendigen Eindruck vom Wiener Theaterleben seit dem 17. Jahrhundert, wobei der Schwerpunkt der Sammlung im 19. Jahrhundert liegt.

Den Grundstein für die Theatersammlung legte Karl Glossy, ab 1882 Kustos und später Leiter der Städtischen Sammlungen. Über ihn kamen die Wohnungseinrichtung von Franz Grillparzer sowie Erinnerungsgegenstände von Ferdinand Raimund ans Museum. Bald folgten im Auftrag der Stadt Wien angefertigte Aquarelle von Gustav Klimt und Franz Matsch, die das Innere des alten Hofburgtheaters am Michaelerplatz kurz vor dessen Schließung 1888 zeigen. Weitere Highlights aus den ersten Jahrzehnten der Sammlung sind ein repräsentatives Makart-Gemälde der populären Schauspielerin Charlotte Wolter sowie ein Ölgemälde der Volksschauspielerin Therese Krones von Joseph Lavos.

Zu den wichtigsten Erwerbungen im 20. Jahrhundert zählen das Schlafzimmer von Johann Nestroy, die Fotoarchive (Szenenfotos) der Presse- und Theaterfotografen Bruno Völkel und Anton Doliwa sowie die Theatersammlung von Fritz Brukner. Sie besteht aus Grafiken, Zeichnungen und Skizzen des Theatersatirikers Johann Christian Schoeller, Kostümentwürfen von Josef Trentsenky und zahlreichen Porträts berühmter TänzerInnen, MusikerInnen, SchauspielerInnen, SchriftstellerInnen und KomponistInnen; mehrfach handelt es sich dabei um Unikate zur Wiener Theatergeschichte. Da im 20. Jahrhundert die Filmbranche immer wichtiger wurde, kamen auch verstärkt Starfotos von FilmschauspielerInnen ans Haus. 

Einen Schwerpunkt innerhalb der Sammlung bildet das Musiktheater und hier vor allem die Wiener Operette. Sie wird durch Rollenbilder, Porträts und Erinnerungsgegenständen zu Stars wie Alexander Girardi, Karl Streitmann und Marie Geistinger dokumentiert, aber auch durch Porträts und Erinnerungsgegenstände bedeutender Operettenkomponisten wie Franz von Suppé oder Johann Strauß Sohn. Weitere Sammlungsschwerpunkte sind berühmten Tänzerinnen (wie Fanny Elßler oder Marie Taglioni) und bedeutenden DramatikerInnen (wie Marie von Ebner-Eschenbach, Arthur Schnitzler oder Karl Kraus) gewidmet.