Urgeschichte

Die urgeschichtliche Sammlung des Wien Museums ist nach topografischen Kriterien geordnet und umfasst rund 8.000 Objekte. Die Artefakte stammen nicht nur aus Wien selbst, sondern auch aus dem Wiener Umland, das zwischen 1938 und 1946/54 Teil von „Groß-Wien“ war (u.a. Schwechat, Mödling, Vösendorf, Perchtoldsdorf, Groß-Enzersdorf).

Der Grundstock der urgeschichtlichen Sammlung geht auf das späte 19. Jahrhundert zurück. Größere Bodeneingriffe (Ziegeleien, Sandgruben) und Bauvorhaben brachten damals Zufalls- bzw. Einzelfunde zu Tage. Erste systematische Forschungen wurden im Auftrag der Stadt Wien in den 1920er und 1930er Jahren durchgeführt. So konnte im Jahr 1924 auf dem Gemeindeberg (13. Bezirk) eine große kupferzeitliche Siedlung freigelegt werden; zahlreiche Keramikfunde, Steinartefakte und Tierknochenreste gewährten neue Einblick in das Leben der Menschen der späten Jungsteinzeit.

Ausgrabungsfunde, die 1935 beim Bau der Wiener Höhenstraße am Leopoldsberg (19. Bezirk) zu Tage kamen, belegen, dass der Wiener Hausberg bereits in der Urnenfelderzeit besiedelt war und auch von der keltischen Bevölkerung noch als Wohnort bevorzugt wurde. Neben Alltagsgegenständen wurden dort bedeutende Grabfunde entdeckt. Wichtige Sammlungsbestände stammen auch aus Vösendorf, das von der späten Steinzeit bis in die späte Keltenzeit besiedelt war. Hier sind besonders die Grabinventare eines urnenfelderzeitlichen Friedhofs hervorzuheben, zu denen außergewöhnliche Gefäße in Tiergestalt zählen.

Größere zusammenhängende Fundverbände stammen aus Aspern und der Leopoldau (21./22. Bezirk, urnenfelder- und hallstattzeitliche Siedlungen) sowie aus Simmering (11. Bezirk, urnenfelderzeitliche Gräber). Hier ragt vor allem der aus der Keltenzeit stammende Münzschatz heraus, der in der Simmeringer Hauptstraße entdeckt wurde. Hohe archäologische Aufmerksamkeit zieht auch der 3. Bezirk auf sich, wo bedeutende Siedlungsreste aus der spätesten Keltenzeit geborgen werden konnten.